Dienstag, Februar 27, 2007

Die Käseglocke hat nen Ausgang


Gestern
war der Tag des Grauen. Himmel, Häuserfassaden, blattlose Bäume - GRAU! Überhaupt - kann man das "Bäume" nennen: schwarze, nasskalte Fühler die ein trostloses Gebilde namens "Baumstamm" ins Graue hineinstreckt?
Der Tag des großen Nebels. Die Welt war in einer Monsternebelwolke eingehüllt.
Noch besser: Qinhuangdao wurde eine riesen-riesen Käseglocke übergestülpt, die dann durch ein kleines Ventil mit grauem kalten nassen Nebel gefüllt wurde. Und die Welt ausserhalb der Käseglocke war bestimmt grün und blumig und sonnig und mit vielen lieben Menschen - und dicken warmen Waffeln mit Zucker, Sahne und und und... und nur ich bin als einzige Überlebende unter der Käseglocke gefangen!
Heute
schnitt ich mit meinem Rasiermesser einen Ausgang ins Glas und - nunja, ich stand nicht gerade auf einer Gänseblümchenwiese, aber die deutschen Charts übers Internetradio, erfolgreiche Stunden an meiner MA und die Sonne, die es glücklicherweise schaffte sich ab für ein paar Stunden durch die Wolkendecke zu kämpfen, zauberten Motivation und Balance in mein Seelenleben.
Abends aß ich mit Tanya, die heute zurück kam in unserem Lieblingsrestaurant - und wir gönnten uns sogar ein Dessert: gebackene, zuckersüße Äpfel. Mhhhhhh!

Einen schönen Abschluss bildeten die Telefonate mit meiner Schwester (Familienkram und Männeranalysier-interpretier-verwerf-Philosophiergespräche) und Sandra (Mann-im-konkreten-und-ganz-im-speziellen-Gespräch - und überhaupt: was macht man als FRAU in diesem Fall?) - welche übrigens in 4 Wochen schon hier sein wird!

Jetzt widme ich mich Balzacs "Glanz und Elend der Kurtisanen" und bin gespannt ob es morgen ein Käseglocken oder Gänseblümchentag wird!