Der 27 Stunden-Trip (8. - 9. Feb.)
Morgends um 6 standen wir zerknittert auf - und Kris war gar nicht mehr gluecklich verliebt sondern ziehmlich abgenervt und muede von den widrigen Umstaenden unsere Hongkong Unterkunft. Er wollte nur noch diese schreckliche Stadt verlassen...
Um halb sieben gab ich den Zimmerschluessel im 16. Stockwerk eines anderen Gebaedes ab und von der Kaution gingen wir- wie sollte es anders sein: einen Kaffee im Mc Donald trinken. Einige von euch werden sich wahrscheinlich fragen warum wir, die ansonsten immer so viel wert auf gutes Essen und guten Kaffee legen, in den letzten Tage dauernd bei Mc Donald Kaffee tringen gegangen sind. Nun, das liegt ganz einfach am Preis-Leistungs-Verhaeltnis! Starbucks Kaffee hatte uns schon einige Male in Geschmack und Temperatur endtaeuscht, und da er dreifach teurer als ein Mc Donald Kaffee ist - ist unsere Wahl vielleicht nach zu vollziehen.
Mit der U-Bahn fuhren wir zu einer CTS (China Travel Service) Station wo ein Bus um 8 Uhr 35 nach Guanzhou fahren sollte. Da wir eine Stunde zu frueh waren, konnten wir gluecklicherweise unser Ticket aendern lassen und so befanden wir uns eine Stunde frueher als gedacht auf dem Weg zurueck nach China.
Im Gegensatz zur Grenze in Macao, gab es hier nicht viele Leute die das Prozedere in die Laenge zogen - und trotzdem erreichten wir die Hauptstadt von Kanton nicht nach 3 sondern nach 4 1/2 Stunden Fahrzeit.
Mit der U-Bahn fuhren wir zu einem der vielen Bahnhoefe, da es dort ein gutes Reisebuero geben sollte, welches einem Zug/Bus/Boottickets besorgen kann.
Denn wir wollten ja nach Hainan!
Am Bahnhof angekommen bekam Kris einen Koller da auf dem Vorplatz tausende von Menschen lagerten.
Reisezeit in China! Alle wollen Tickets um zum Fruehlingsfest
(chinesisches Neujahr, welches so wichtig - oder noch wichtiger ist wie unser Weihnachten)
zu Hause bei ihrer Familie zu sein. Wanderarbeiten, Studenten, ganze Familien die zu ihrer Ursprungsfamilie zurueck wollen....
Hunderte von Sicherheitskraeften hielten die Wartenden "in Position", Bauzaeune grenzten verschiedene Bereiche ab, wo stunden/tagelang gewartet werden kann... Planen schuetzten die Menschen in den Schlangen vor der senkenden Sonne, schreiende Haendler bahnten sich ihre Wege - im Wettstreit mit den Polizisten die mit Megaphonen den Bus- und Taxiverkehr zwischen den Reisenden zu koordinieren versuchten. Auch wir verschwitzten und mueden Rotgesichtigen wurden mehr als einmal von den Chaos-huetern auf den "richtigen" Weg gelenkt.Durch einen netten Studenten fanden wir schnell das Hotel, in welchem sich das Reisebuero befinden sollte. Man, was fuer ein Glueck nicht in solchen Schlangen stehen zu muessen!
Doch, das Schicksal meinte es nicht gut! Das Reisebuero war umgezogen!!
So setzten wir uns in ein Taxi (zuvor mussten wir diesen riesigen Bahnhofsvorplatz wieder zur Haelfte ueberqueren und uns in einer Warteschlange einreihen) und liessen
- uns einmal im Kreis fahren! Wir bezahlten 10 Kwai und stiegen entnervt aus... Weder der Taxifahre und wir wusste wie genau man zu diesem Buero kommen sollte....
Was nun? Wuerden wir die Insel unserer Traeume je erreichen?
Resolut stapften wir noch einmal durch die wartenden Tausenden.... und erstanden relativ einfach zwei Bustickets nach Haikou - der Hauptstadt der Insel. Tja - wer hat behauptet, dass man ein Reisebuero braucht? Selbst ist die Frau!
Und jetzt wollte Kris was essen. Als wir nach einer halben Stunden durch die Hitze laufend endlich etwas fuer ihn gefunden hatten, ergab sich das Problem, dass er es - ausser im Stehen - nirgendwo essen konnte, da alle verfuegbaren Mauern, Steine, Kaesten schon belegt von anderen wartenden, essenden Menschen waren. Mittlerweile ziehmlich abgenervt landete das Essen im Muelleimer. Ich glaube so etwas nennt man Kulturschock... und wir kuehlten unsere Koepfe im KFC.
Nach einer Stunde Erholung machte sich mein Liebster noch einmal auf die - schliesslich erfolgreiche - Suche nach etwas Essbarem, waehrend ich mit dem Gepaeck und einer eis-eis-eiskalten Coke weiter im klimatisierten KFC, mit der Nase im Reisefuehrer wartete.
Unser Bus fuhr um 17 Uhr 15 ab und sollte angeblich nur 10 Stunden brauchen. Zu unserem Entsetzen war es kein Schlafbus - sondern einer mit ganz normalen Sitzen.... und statt 10 Stunden brauchten wir 13... Ok, inklusive Faehre. Die dauerte, wenn ich mich recht erinnere 1 1/2 Stunden und nervte voll ab, da nachts um 3 die Lautsprecher, welche auf volles Volumen eingestellt waren, chinesiche Propagandamusik spielten. Ganz, ganz schlecht!
In Haikou angekommen stiegen wir in ein Taxi um uns zu einem Bahnhof bringen zu lassen, wo ein Bus nach Sanya fahren wuerde - der Ort im Sueden der Insel wo ein sauberes Bett und eine heisse Dusche auf uns warten wuerde. (Hoffentlich!)
Die Taxifahrerin bot uns an fuer 100 Kwai pro Person uns ans andere Ende der Insel zu fahren.... ich hatte gehoert, dass ein Busticket 80 kosten wuerde und so handelte ich sie auf 90 runter - und dass sie uns direkt am Hotel absetzen soll.
Doch nicht sie fuhr, sondern wir landeten auf einer Art "schwarzer Taximarkt" wo sich 4 Taxifahrer um uns und ein paar andere Reisende stritten. Nachdem wir in 2 verschiedenen Autos gesessen hatten und ich immer wieder neu verhandeln musste, befanden wir uns schliesslich auf dem Weg! Natuerlich in einer kleinen Klappperkiste und das Auto vollgepackt mit Gepaeck und noch zwei weiteren Reisenden!
Langsam ging die Sonne auf und ich sah, zwischen meinen Erschoepungsschlafphasen Wasserbueffel und Reisfelder und Palmen.... romantisch!
Um kurz nach 9 waren wir endlich am Ziel unserer Reise!
Nach weiteren 3 1/2 Stunden warten konnten wir endlich in unser Zimmer - was wunder- wunderschoen ist, duschen, schlafen!
Morgen erzaehl ich euch wie herrlich das kristallklare Wasser, der weisse Strand und das Geraeusch der Palmenblaetter im Wind ist!

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