Montag, Februar 12, 2007

Hongkong (6. - 8. Februar)

Mit einem Boot fuhren wir ca. 70 Minuten von Macao nach Kowloon, einem Bezirk der zur Provinz Hongkong gehoert. Hier wollten wir eine billige Unterkunft finden.
Wir brauchten uns auch gar nicht allzu bemuehen, da Scharen von "Zimmer-dealern" uns versuchten IHR Hotel ans Herz zu legen.
Aber wir hatten "unseres" ja schon fest im Kopf - ein preiswertes mit Kochmoeglichkeiten, da wir aus den Erlebnissen in Macao gelernt hatten. Ausserdem hofften wir dadurch etwas Geld zu sparen, da Hongkong natuerlich der teuerste Ort in China ist.
Als uns jemand ansprach der uns zu "dem richtigen" Hotel bringen wollte, vertraute ich und er fuehrte uns zu der Adresse die auch in meinem Reisefuehrer angegeben war. Diese stellt euch folgendermassen vor:
Ein mega mega Hochhaus - aber alt und nix mit Glanz und Glamour. Es ist ein Einkaufshaus - aber eins fuer Touris, wo man all die sogenannten Schnaeppchen erhandeln kann. Ausserdem befinden sich dort unzaehlige Restaurants und Wechselstuben und eine Vielzahl von Gaestehaeusern.
Jedenfalls wurde Kris zwischen den ganzen Teppichhaendlern immer misstrauischer, aber ich vertraute - denn es erinnerte mich an Singapur...
Wir endeten in einem Zimmer im 17. Stockwerk, welches so gross wie das Bett darin war. Es hatte "sogar ein Fenster!" - durch welches Maschinengeraeusche von tausend Kimaanlagen drangen.... diesen Laermpegel konnte man auch nicht daemmen, da es keine Fensterscheiben gab....
Wir bezahlten den Preis, bekamen auf unsere Frage hin gesagt, dass die Kochmoeglichkeit zur Zeit nicht vorhanden waere, da renoviert wuerde und dann sassen wir allein auf dem Bett und fragten uns, ob das WIRKLICH DAS Gaestehaus ist, welches in unserem Reisefuehrer beschrieben war... Es sah eher wie eine ehemalige Wohnung aus, die zu einer "Nebeneinkunft" umfunktioniert wurde...
"Naja!", dachten wir uns "billig ist es jedenfalls!"
Und so liefen wir durch die bekannte "Nathan Road", bewunderten die riesigen Leuchtreklameschilder, die, besonders in den Seitenstrassen ganze Strassenzuege bedeckten ("So wie im Fernseh!!!") und ich schmachtete bei der neusten - leider unerschwinglichen - Mode.
Auch der Nachtmarkt war lustig: wir fanden ein Strassenrestaurant mit halbwegs "OK!"-Preisen und probierten viele viele Kleinigkeiten aus - und das, was nicht so toll schmeckte, spuelten wir mit dem spanischen Bier - (mist, jetzt faellt mir der Name nicht mehr ein.... Miguel, St. Miguel oder so....) runter.
Betrunken und verliebt wanderten wir dann zu spaeter Stunde gluecklich durch diese beruehmte Gegend und freuten uns auf die Abenteuer am naechsten Tag.



Doch welch Graus! Zurueck im "Hotel"zimmer entdeckten wir Ameisen - kleine rote Ameisen auf unserem Bett.... und eine total schmutzige Bettdecke und ploetzlich.... fanden wir unsere Unterkunft echt ekelhaft und wir waren uns sicher verarscht worden zu sein.... natuerlich waren wir mit Schuld! Allzu leichtglaeubig sollte man mit keinen fremden Maennern mitgehen....
Die Nacht war dementsprechend anstrengend, weil keiner von uns wirklich schlafen konnte. Ueberall fuehlten wir es krabbeln und pieksen und es juckte.....
Am naechsten Tag tranken wir Kaffee im Mc Donald und fuhren mit der bruehmten "Starferry" rueber nach Hongkong Island.


Die Skyline, vor guenen Bergen, umgeben von blauem Himmel war herrlich;


die doppelstoeckigen Strassenbahnen toll
und der Clue war natuerlich die Fahrt mit der Seilbahn rauf zum hoechsten Gipfel.

Von dort hatten wir eine super Aussicht auf die Bucht in Hongkong und die Hochhaeuser, welche sich am Ufer entlangwanden.
Uebrigens war die Seilbahnfahrt schon ein Abenteuer fuer sich, da sie tooootal steil den Berg hoch und runter fuhr...
Nachdem wir ein Busticket fuer den naechsten Tag nach Guanzhou, organisiert hatten, wanderten wir ziellos weiter durch die Stadt, zwischen den riesen Gebaeuden hindurch, an Gucci, D+G und Co - Schaufenstern vorbei und ruhten uns an einem Brunnen sitzend aus, waehrend gestresste Manager und andere Wichtige an uns vorbei hechteten.
Ich liess mich gern von teuren Parfumwolken einlullen und traeumte davon auch einmal wichtig vorbei rauschen zu koennen.

Durch das schrille Bimmeln einer der unzaehlbaren Strassenbahnen aufgeschreckt, erhoben wir unsere durch Schlafmangel mueden Glieder und schlenderten weiter ueber einen Markt der neben Schweinefuessen und allerlei Meergetier auch Silvesterschmuck, Obst und Gemuese, Masken und Peruecken, Porzellan, Tigerunterwaesche und alle moeglichen Kuriositaeten feil bot.
Die zweite Nacht war fuer mich nicht so schlimm wie die Erste, da ich soo muede war und einfach schlief... Kris dagegen legte sich "in voller Montur"- also mit langer Jeans und langaermeligen Shirt aufs Bett und verbrachte eine fast schlaflose Nacht.