Dienstag, Februar 27, 2007

Die Käseglocke hat nen Ausgang


Gestern
war der Tag des Grauen. Himmel, Häuserfassaden, blattlose Bäume - GRAU! Überhaupt - kann man das "Bäume" nennen: schwarze, nasskalte Fühler die ein trostloses Gebilde namens "Baumstamm" ins Graue hineinstreckt?
Der Tag des großen Nebels. Die Welt war in einer Monsternebelwolke eingehüllt.
Noch besser: Qinhuangdao wurde eine riesen-riesen Käseglocke übergestülpt, die dann durch ein kleines Ventil mit grauem kalten nassen Nebel gefüllt wurde. Und die Welt ausserhalb der Käseglocke war bestimmt grün und blumig und sonnig und mit vielen lieben Menschen - und dicken warmen Waffeln mit Zucker, Sahne und und und... und nur ich bin als einzige Überlebende unter der Käseglocke gefangen!
Heute
schnitt ich mit meinem Rasiermesser einen Ausgang ins Glas und - nunja, ich stand nicht gerade auf einer Gänseblümchenwiese, aber die deutschen Charts übers Internetradio, erfolgreiche Stunden an meiner MA und die Sonne, die es glücklicherweise schaffte sich ab für ein paar Stunden durch die Wolkendecke zu kämpfen, zauberten Motivation und Balance in mein Seelenleben.
Abends aß ich mit Tanya, die heute zurück kam in unserem Lieblingsrestaurant - und wir gönnten uns sogar ein Dessert: gebackene, zuckersüße Äpfel. Mhhhhhh!

Einen schönen Abschluss bildeten die Telefonate mit meiner Schwester (Familienkram und Männeranalysier-interpretier-verwerf-Philosophiergespräche) und Sandra (Mann-im-konkreten-und-ganz-im-speziellen-Gespräch - und überhaupt: was macht man als FRAU in diesem Fall?) - welche übrigens in 4 Wochen schon hier sein wird!

Jetzt widme ich mich Balzacs "Glanz und Elend der Kurtisanen" und bin gespannt ob es morgen ein Käseglocken oder Gänseblümchentag wird!

Montag, Februar 26, 2007

Probieren geht über Studieren!

Noch kurz ein Nachtrag zu Beijing (19. - 24. Feb.):

Im Prinzip waren wir nur shoppen und am spazieren gehen.
Auf dem Silk market erstanden wir u. a. 2 coole Gemälde, die Kris mit nach Berlin genommen hat und in den Souveniergassen am Hou Hai kauften wir Mitbringsel für Kris friends and family.

Auf einer unserer Wanderungen landeten wir auch in einer Strasse gefüllt mit aneinandergereihten Garküchen.


Da ging das Probieren los!


An die Seeigel (?) und Seidenraupen trauten wir uns zwar nicht heran...



dafür aber an Bohnengelee, den wir fälschlicherweise für Bratkartoffeln hielten... (leider, leider...)




und dieser "Döner" schmeckte super super gewürzt! Und ganz ohne Sauce! Echt lecker mit frischem Koriander und so...



Und zum Dessert gab es dann für mich süße, fettige Bällchen! Happa happa!!!





Und für Kris `ne gesunde Reisgrütze!

Der Wunschballon - unsere Verabschiedung

In Sanya am Strand - und vielleicht / bestimmt auch an anderen mir unbekannten Orten - kann man rote Ballons zum Himmel steigen lassen.
Rote, eckige aus einer Art Pergamentpapier hergestellt.
Bevor man sie steigen lässt, schreibt man seinen Wunsch drauf, der dann zum Himmel getragen wird.
Wie wir nun abends am Strand entlang spazieren gingen und das schöne Schauspiel der in der Dunkelheit fliegenden, rot leuchtenden Wunschballons beobachteten, wie sie hoch über dem Meer Herzenswünsche, Sehnsüchte transportieren, kam mir eine Idee...

Am Sylvesterabend, nach unserem Picknick, als wir eng umschlungen an einer Palme gelehnt saßen, kam eine Frau zu uns, die die Ballons feil bot.
Wir kauften einen,
denn wir wollten uns auf diesem Wege von unserem Kind verabschieden. Ein Kind welches nie das Licht der Welt erblicken konnte.
Welches aber mehr als drei Monate bei uns war.
Durch das plötzliche Ende, welches in den Händen der Ärzte ein absoluter Routinefall war, uns aber individuell betraf, bestürzte, aus der Bahn warf, waren wir damals überfordert und hatten nie die Möglichkeit gehabt - wie es bei Beerdigungen üblich ist - Abschied zu nehmen.

So war dieser Augenblick, in unseren Augen der perfekte.
Wir schrieben unsere Abschiedsworte, Wünsche auf das rote Papier, zündeten das Gaspacket an, hielten zusammen den Ballon an allen vier Ecken fest, ließen ihn auf dem Boden mit Gas füllen und dann langsam gen Himmel schweben.
Immer höher und höher flog er - so hoch wie unser Ballon hatten wir nie einen fliegen sehen... bis er aussah wie ein Stern. Es war wunderschön und sehr bewegend. Ich glaube eine bessere Art und Weise Abschied zu nehmen konnte es für uns nicht geben.
Adieu!

Top Five!

"Was fandest Du im Urlaub am schönsten? Nenne deine Top 5!"
Unabhängig von einander schrieben wir auf:

Kris

Top Five

Super price: mit Katja zusammen sein

1.

Yalong bay, türkises Wasser, Kokosnüsse

2.

Jiaozi in einem Restaurant in Sanya

3.

Mandelkekse in Macao

4.

Macao

5.

Grüne Bohnen in einem Restaurant in Qhd

Mies

Unterkunft in Hong Kong

Essen in Hong Kong

Ständiges Drängeln der Chinesen

Verarscht werden


Katja

Top Five

Super price: mit Kris zusammen sein

1.

Yalong bay

2.

Croissant und Kaffee auf dem Balkon in Macao

3.

Erster Abend in Sanya: nach dem Marathontrip, Dusche und Schlaf (...) leckeres Essen und der erste Spaziergang durch den Ort und am Strand entlang bei lauschigen Temperaturen

4.

Busfahrt zur Yalong bay

5.

„Brot und Spiesse“ essen in Beijing

Mies

Pizza Hut

Beijing Ente

Hainan - Zusammenfassung

Ach,
waren das noch herrliche Zeiten!
Sich in der Sonne braten zu lassen...
und nur durch diesen schwimmen könnenden Jeep (der 1 bis 2 mal am Nachmittag Bademeister und johlende Touris transportierte) sich aufschrecken zu lassen! Denn natürlich fuhr er wild hupend aus dem Meer heraus auf den Strand - damit auch alle ihn bewundern würden!
Also, auf Hainan haben wir wirklich nichts anderes gemacht ausser gegessen und in "unserer" Bucht gelegen. Auf die Frage "Und wie war`s?"kann ich sagen, dass Sanya, der Ort im Süden der Insel Hainan (Klima wie am südlichsten Pukt von Hawaii) nicht wirklich schön ist. Auch die Strände sind, mir persönlich, zu voll, zu kommerzialisiert, zu nah an der Strasse ....
Nur die Bucht, "Yalong Wan", zu der wir an 6 Tagen gefahren sind war wunderschön. Kris fand diese 40 minütige Fahrt dort hin recht nervig - ich dagegen ganz im Gegenteil: ich genoß jedes Mal den Blick aus dem Fenster heraus auf die Reisfelder, kleinen Dörfer und Wasserbüffel, den warmen Fahrtwind im Gesicht....
An 2 Tagen konnten wir nicht zum Strand fahren... Einmal weil Kris (Anmerkung für meine mich gern ärgernde Familie: bitte beachten: Kris und NICHT ICH!) einen starken Sonnenbrand bekommen hatte. Das andere Mal hab ich wohl was falsches gegessen und musste mich nachts übergeben. Den nächsten Tag ging es mir noch recht schlecht... und das schlimmste - zumindest für Kris: die darauf folgenden 4 bis 5 Tage konnte man mich mit chinesischem Essen jagen! Ich hatte keinen Bock mehr auf diesen elenden Sojasaucengeschmack!!! Statt dessen aß ich Kekse - oder Mc Do.

Ach, und da war ja auch noch das Frühlingsfest!
Am 17. Feb. wurde Sylvester gefeiert - hinein ins Jahr des Schweins! Xin nian kuai le!!
Wir verbrachten den Abend am Strand (den, der bei uns in der Nähe war) bei einem teuren Picknick bestehend aus Käse, Brot und sogar einer Flasche guten Rotwein, die Kris nun schon mehrere tausend km transportiert hatte.
Wir genossen das Essen und das Feuerwerk welches bei einbrechender Dunkelheit begann. Mit fortschreitender Uhrzeit nahm das Geknalle zu. Immer wilder und doller wurden Raketen und Knallschlangen (keine Knallfrösche - das ist was für Kinder!) und ganze Schuhkartons mit Kanonschläge in die Luft gejagt... und da wir beide genug davon hatten, verschwanden wir in die sicheren Gefilde unsere Unterkunft.
Um 0 Uhr befanden wir uns dann im absoluten Kriegsgebiet und Kris glaubte mir endlich, dass die Chinesen Weltmeister im Knallen sind! Mit solch einem Lärm hatte er nicht gerechnet - und vor allem nicht, dass dieser Lärm Stunden andauern würde. Und erst recht nicht damit, dass an den darauffolgenden Tagen weiter geknallt wurde. Nicht nur tagsüber sondern besonders nach Anbruch der Dunkelheit versammelten sich die Menschen auf der Strasse um ihr Feuerwerk zu zünden - und sich mit dem Nachbarn zu messen.
Selbst, heute, am 26. Februar in Qinhuangdao höre ich zu morgendlicher Stunde noch die Knaller!
Am 19. flogen wir die ca. 3000 km (?) nach Beijing für einen super Preis - 80 EUR pro Person. Wir hatten sogar einen Flug von Sanya - brauchten also nicht erst mit dem Bus 3 Stunden nach Haikou fahren. Das war echt super praktisch.

Zum Abschluss wurden wir noch einmal übers Ohr gehauen:
Man sagte uns (im Hotel und auch im Flugbüro) dass ein Taxi vom Hotel zum Flughafen 50 Kwai kosten würde. Der Taxifahrer wollte dann aber 80 haben, ich bat ihn doch einfach den Taxometer anzustellen - dann spare man sich das ganze gehandel - doch er weigerte sich... Also handelte ich ihn auf 50 runter. Wir fahren los, er schaltet den Taxometer an und als wir am Flughafen waren zeigt die Anzeige 27 Kwai - bezahlen mussten wir natürlich den vereinbarten Preis: 50 Kwai.... Fies oder?
(Übrigens gibt es (noch) keine Busse zum Flughafen).


Freitag, Februar 23, 2007

Die letzten Gruesse...

aus dem Urlaub!
Sind seit dem 19. wieder im kalten Norden und Beijing umarmte uns am zweiten Tag auch mit seinem grausten Himmel und dem nieseligsten Eiswind, den es zu bieten hatte.
Wo sind die 30 Grad? Die Palmen? Die Qual der Wahl zu welchem Strand man heute denn gehen soll?
Vorbei!
Und vorbei - fast vorbei - meine Reise mit Kris.
Morgen faehrt er wieder zurueck nach Deutschland.
Um keine Minute gemeinsame Zeit zu verlieren, hoere ich auf zu schreiben und werde euch dafuer am Wochenende, wenn ich einsam und allein in meiner Wohnung in Qhd sein werde alles berichten und natuerlich mit Fotos unterlegen!

Dienstag, Februar 13, 2007

Sanya / Hainan (seit dem 9. Feb.)

Zuerst einmal unsere Unterkunft hier: ein riesen-riesen Bett, ein Badezimmer nur mit Milchglas vom Rest des Zimmers abgetrennt, eine komplett verglaste Aussenseite, lange luftige Gardinen die im Wind romantisch ins topp-saubere Zimmer mit TV, Klimaanlage und Mini-kueche wehen! Das alles fuer 7 EUR die Nacht! Die billigste und best ausgestattete Wohnung bislang auf unserem Trip.
Es gibt verschieden Straende hier zur Auswahl: ein lang gezogener ("Sanya Bay") befindet sich ca. 5 Minuten Fussweg von uns entfernt, gesaeumt von Palmen ist er vor allem fuer einen Abendspaziergang zu empfehlen, da es dann viel zu sehen gibt:
Taichi-Gruppen, Aerobique-kurse, Wunschballons werden zum Himmel geschickt, Affen machen Kunststuecke.... Zum Schwimmen finden wir das Wasser allerdings nicht sauber genug (jetzt wo wir die Auswahl haben) und fahren deshalb mit dem Bus 40 Minuten zum sogenannten "Asiatischen Drachenstrand".
Dort sieht es aus wie auf einer Postkarte: wirklich kristallklares / tuerkises Wasser, weisser, weicher Sand, gruene Palmen im Hintergrund und keine Autogeraeusche (wie an dem eben beschriebenen Strand). Die Kroenung sind die Holzliegen mit Sonnenschirmen aus getrockneten Palmenblaettern, die man ohne Bezahlung belegen kann. Da dieser Strand etwas ausserhalb ist, ist er auch nicht so bevoelkert wie die anderen... zum Bepiel dem in " Dadonghai" - der durch die Massen an russischen Touristen und seiner guten Infrastruktur besticht. Hier reihen sich Restaurants und Supermaerkte aneinander und vom Speedboot ueber Paragliding bis zu Tauchkursen ist hier alles drin! Dieser Strand befindet sich etwa 20 Minuten von uns entfernt.

Unsere Plaene waren eigentlich : Strandurlaub und 2 oder 3 mal Tagstouren zu den ein oder anderen Sehenswuerdigkeiten zu machen (Affeninsel, Riesenbuddha im Meer, Treckingtour); aber es ist so herrlich entspannend, dass wir jetzt am 4. Tag noch weit davon entfernt sind etwas anders zu machen ausser mit einer Kokosnuss in der Hand dem Plaetschern der Wellen zu lauschen und zu ueberlegen was wir wo abends essen werden...

Montag, Februar 12, 2007

Der 27 Stunden-Trip (8. - 9. Feb.)

Morgends um 6 standen wir zerknittert auf - und Kris war gar nicht mehr gluecklich verliebt sondern ziehmlich abgenervt und muede von den widrigen Umstaenden unsere Hongkong Unterkunft. Er wollte nur noch diese schreckliche Stadt verlassen...
Um halb sieben gab ich den Zimmerschluessel im 16. Stockwerk eines anderen Gebaedes ab und von der Kaution gingen wir- wie sollte es anders sein: einen Kaffee im Mc Donald trinken. Einige von euch werden sich wahrscheinlich fragen warum wir, die ansonsten immer so viel wert auf gutes Essen und guten Kaffee legen, in den letzten Tage dauernd bei Mc Donald Kaffee tringen gegangen sind. Nun, das liegt ganz einfach am Preis-Leistungs-Verhaeltnis! Starbucks Kaffee hatte uns schon einige Male in Geschmack und Temperatur endtaeuscht, und da er dreifach teurer als ein Mc Donald Kaffee ist - ist unsere Wahl vielleicht nach zu vollziehen.
Mit der U-Bahn fuhren wir zu einer CTS (China Travel Service) Station wo ein Bus um 8 Uhr 35 nach Guanzhou fahren sollte. Da wir eine Stunde zu frueh waren, konnten wir gluecklicherweise unser Ticket aendern lassen und so befanden wir uns eine Stunde frueher als gedacht auf dem Weg zurueck nach China.
Im Gegensatz zur Grenze in Macao, gab es hier nicht viele Leute die das Prozedere in die Laenge zogen - und trotzdem erreichten wir die Hauptstadt von Kanton nicht nach 3 sondern nach 4 1/2 Stunden Fahrzeit.
Mit der U-Bahn fuhren wir zu einem der vielen Bahnhoefe, da es dort ein gutes Reisebuero geben sollte, welches einem Zug/Bus/Boottickets besorgen kann.
Denn wir wollten ja nach Hainan!
Am Bahnhof angekommen bekam Kris einen Koller da auf dem Vorplatz tausende von Menschen lagerten.
Reisezeit in China! Alle wollen Tickets um zum Fruehlingsfest
(chinesisches Neujahr, welches so wichtig - oder noch wichtiger ist wie unser Weihnachten)
zu Hause bei ihrer Familie zu sein. Wanderarbeiten, Studenten, ganze Familien die zu ihrer Ursprungsfamilie zurueck wollen....
Hunderte von Sicherheitskraeften hielten die Wartenden "in Position", Bauzaeune grenzten verschiedene Bereiche ab, wo stunden/tagelang gewartet werden kann... Planen schuetzten die Menschen in den Schlangen vor der senkenden Sonne, schreiende Haendler bahnten sich ihre Wege - im Wettstreit mit den Polizisten die mit Megaphonen den Bus- und Taxiverkehr zwischen den Reisenden zu koordinieren versuchten. Auch wir verschwitzten und mueden Rotgesichtigen wurden mehr als einmal von den Chaos-huetern auf den "richtigen" Weg gelenkt.
Durch einen netten Studenten fanden wir schnell das Hotel, in welchem sich das Reisebuero befinden sollte. Man, was fuer ein Glueck nicht in solchen Schlangen stehen zu muessen!

Doch, das Schicksal meinte es nicht gut! Das Reisebuero war umgezogen!!
So setzten wir uns in ein Taxi (zuvor mussten wir diesen riesigen Bahnhofsvorplatz wieder zur Haelfte ueberqueren und uns in einer Warteschlange einreihen) und liessen
- uns einmal im Kreis fahren! Wir bezahlten 10 Kwai und stiegen entnervt aus... Weder der Taxifahre und wir wusste wie genau man zu diesem Buero kommen sollte....

Was nun? Wuerden wir die Insel unserer Traeume je erreichen?
Resolut stapften wir noch einmal durch die wartenden Tausenden.... und erstanden relativ einfach zwei Bustickets nach Haikou - der Hauptstadt der Insel. Tja - wer hat behauptet, dass man ein Reisebuero braucht? Selbst ist die Frau!

Und jetzt wollte Kris was essen. Als wir nach einer halben Stunden durch die Hitze laufend endlich etwas fuer ihn gefunden hatten, ergab sich das Problem, dass er es - ausser im Stehen - nirgendwo essen konnte, da alle verfuegbaren Mauern, Steine, Kaesten schon belegt von anderen wartenden, essenden Menschen waren. Mittlerweile ziehmlich abgenervt landete das Essen im Muelleimer. Ich glaube so etwas nennt man Kulturschock... und wir kuehlten unsere Koepfe im KFC.
Nach einer Stunde Erholung machte sich mein Liebster noch einmal auf die - schliesslich erfolgreiche - Suche nach etwas Essbarem, waehrend ich mit dem Gepaeck und einer eis-eis-eiskalten Coke weiter im klimatisierten KFC, mit der Nase im Reisefuehrer wartete.

Unser Bus fuhr um 17 Uhr 15 ab und sollte angeblich nur 10 Stunden brauchen. Zu unserem Entsetzen war es kein Schlafbus - sondern einer mit ganz normalen Sitzen.... und statt 10 Stunden brauchten wir 13... Ok, inklusive Faehre. Die dauerte, wenn ich mich recht erinnere 1 1/2 Stunden und nervte voll ab, da nachts um 3 die Lautsprecher, welche auf volles Volumen eingestellt waren, chinesiche Propagandamusik spielten. Ganz, ganz schlecht!
In Haikou angekommen stiegen wir in ein Taxi um uns zu einem Bahnhof bringen zu lassen, wo ein Bus nach Sanya fahren wuerde - der Ort im Sueden der Insel wo ein sauberes Bett und eine heisse Dusche auf uns warten wuerde. (Hoffentlich!)
Die Taxifahrerin bot uns an fuer 100 Kwai pro Person uns ans andere Ende der Insel zu fahren.... ich hatte gehoert, dass ein Busticket 80 kosten wuerde und so handelte ich sie auf 90 runter - und dass sie uns direkt am Hotel absetzen soll.
Doch nicht sie fuhr, sondern wir landeten auf einer Art "schwarzer Taximarkt" wo sich 4 Taxifahrer um uns und ein paar andere Reisende stritten. Nachdem wir in 2 verschiedenen Autos gesessen hatten und ich immer wieder neu verhandeln musste, befanden wir uns schliesslich auf dem Weg! Natuerlich in einer kleinen Klappperkiste und das Auto vollgepackt mit Gepaeck und noch zwei weiteren Reisenden!
Langsam ging die Sonne auf und ich sah, zwischen meinen Erschoepungsschlafphasen Wasserbueffel und Reisfelder und Palmen.... romantisch!
Um kurz nach 9 waren wir endlich am Ziel unserer Reise!
Nach weiteren 3 1/2 Stunden warten konnten wir endlich in unser Zimmer - was wunder- wunderschoen ist, duschen, schlafen!
Morgen erzaehl ich euch wie herrlich das kristallklare Wasser, der weisse Strand und das Geraeusch der Palmenblaetter im Wind ist!

Hongkong (6. - 8. Februar)

Mit einem Boot fuhren wir ca. 70 Minuten von Macao nach Kowloon, einem Bezirk der zur Provinz Hongkong gehoert. Hier wollten wir eine billige Unterkunft finden.
Wir brauchten uns auch gar nicht allzu bemuehen, da Scharen von "Zimmer-dealern" uns versuchten IHR Hotel ans Herz zu legen.
Aber wir hatten "unseres" ja schon fest im Kopf - ein preiswertes mit Kochmoeglichkeiten, da wir aus den Erlebnissen in Macao gelernt hatten. Ausserdem hofften wir dadurch etwas Geld zu sparen, da Hongkong natuerlich der teuerste Ort in China ist.
Als uns jemand ansprach der uns zu "dem richtigen" Hotel bringen wollte, vertraute ich und er fuehrte uns zu der Adresse die auch in meinem Reisefuehrer angegeben war. Diese stellt euch folgendermassen vor:
Ein mega mega Hochhaus - aber alt und nix mit Glanz und Glamour. Es ist ein Einkaufshaus - aber eins fuer Touris, wo man all die sogenannten Schnaeppchen erhandeln kann. Ausserdem befinden sich dort unzaehlige Restaurants und Wechselstuben und eine Vielzahl von Gaestehaeusern.
Jedenfalls wurde Kris zwischen den ganzen Teppichhaendlern immer misstrauischer, aber ich vertraute - denn es erinnerte mich an Singapur...
Wir endeten in einem Zimmer im 17. Stockwerk, welches so gross wie das Bett darin war. Es hatte "sogar ein Fenster!" - durch welches Maschinengeraeusche von tausend Kimaanlagen drangen.... diesen Laermpegel konnte man auch nicht daemmen, da es keine Fensterscheiben gab....
Wir bezahlten den Preis, bekamen auf unsere Frage hin gesagt, dass die Kochmoeglichkeit zur Zeit nicht vorhanden waere, da renoviert wuerde und dann sassen wir allein auf dem Bett und fragten uns, ob das WIRKLICH DAS Gaestehaus ist, welches in unserem Reisefuehrer beschrieben war... Es sah eher wie eine ehemalige Wohnung aus, die zu einer "Nebeneinkunft" umfunktioniert wurde...
"Naja!", dachten wir uns "billig ist es jedenfalls!"
Und so liefen wir durch die bekannte "Nathan Road", bewunderten die riesigen Leuchtreklameschilder, die, besonders in den Seitenstrassen ganze Strassenzuege bedeckten ("So wie im Fernseh!!!") und ich schmachtete bei der neusten - leider unerschwinglichen - Mode.
Auch der Nachtmarkt war lustig: wir fanden ein Strassenrestaurant mit halbwegs "OK!"-Preisen und probierten viele viele Kleinigkeiten aus - und das, was nicht so toll schmeckte, spuelten wir mit dem spanischen Bier - (mist, jetzt faellt mir der Name nicht mehr ein.... Miguel, St. Miguel oder so....) runter.
Betrunken und verliebt wanderten wir dann zu spaeter Stunde gluecklich durch diese beruehmte Gegend und freuten uns auf die Abenteuer am naechsten Tag.



Doch welch Graus! Zurueck im "Hotel"zimmer entdeckten wir Ameisen - kleine rote Ameisen auf unserem Bett.... und eine total schmutzige Bettdecke und ploetzlich.... fanden wir unsere Unterkunft echt ekelhaft und wir waren uns sicher verarscht worden zu sein.... natuerlich waren wir mit Schuld! Allzu leichtglaeubig sollte man mit keinen fremden Maennern mitgehen....
Die Nacht war dementsprechend anstrengend, weil keiner von uns wirklich schlafen konnte. Ueberall fuehlten wir es krabbeln und pieksen und es juckte.....
Am naechsten Tag tranken wir Kaffee im Mc Donald und fuhren mit der bruehmten "Starferry" rueber nach Hongkong Island.


Die Skyline, vor guenen Bergen, umgeben von blauem Himmel war herrlich;


die doppelstoeckigen Strassenbahnen toll
und der Clue war natuerlich die Fahrt mit der Seilbahn rauf zum hoechsten Gipfel.

Von dort hatten wir eine super Aussicht auf die Bucht in Hongkong und die Hochhaeuser, welche sich am Ufer entlangwanden.
Uebrigens war die Seilbahnfahrt schon ein Abenteuer fuer sich, da sie tooootal steil den Berg hoch und runter fuhr...
Nachdem wir ein Busticket fuer den naechsten Tag nach Guanzhou, organisiert hatten, wanderten wir ziellos weiter durch die Stadt, zwischen den riesen Gebaeuden hindurch, an Gucci, D+G und Co - Schaufenstern vorbei und ruhten uns an einem Brunnen sitzend aus, waehrend gestresste Manager und andere Wichtige an uns vorbei hechteten.
Ich liess mich gern von teuren Parfumwolken einlullen und traeumte davon auch einmal wichtig vorbei rauschen zu koennen.

Durch das schrille Bimmeln einer der unzaehlbaren Strassenbahnen aufgeschreckt, erhoben wir unsere durch Schlafmangel mueden Glieder und schlenderten weiter ueber einen Markt der neben Schweinefuessen und allerlei Meergetier auch Silvesterschmuck, Obst und Gemuese, Masken und Peruecken, Porzellan, Tigerunterwaesche und alle moeglichen Kuriositaeten feil bot.
Die zweite Nacht war fuer mich nicht so schlimm wie die Erste, da ich soo muede war und einfach schlief... Kris dagegen legte sich "in voller Montur"- also mit langer Jeans und langaermeligen Shirt aufs Bett und verbrachte eine fast schlaflose Nacht.

Macao (4. - 6. Februar)

Macao!
Toll! Warmes Wetter und ein toller mediteran-chinesischer Flair der sich in den engen gepflasterten Gassen, den verschnoerkelten Balkonen, den Palmen und ueberhaupt den Massen an Pflanzen sowie an blass rosa oder blass gruenen Fassaden bermerkbar macht.



Von Beijing aus flogen wir nach Zhuhai, eine Stadt an der Grenze zu Macao. Mit demBus fuhren wir dann ca. ne Stunde zum Grenzuebergang und waren total geschockt ueber die Massen von Menschen die alle ruerber wollten.... Unglaublich! Eine geschlagene Stunde brauchten wir um China zu verlassen und dann noch mal ne halbe um den Grenzuebetritt nach Macao hinter uns zu bringen...
Und dann wanderten wir mit der Stadtkarte in der Hand durch den, bis 1997 von Portugiesen besetzten Ort und schafften es mit viel netter Hilfe von Macaonesen (??? nennt man sooo die Einheimischen?) unser favorite Hotel zu finden. Und ich sage euch: es war wirklich toll! Es heisst "San Va Hospedaria", ist das aelteste "Kulturhostel" der Stadt und liegt mitten im historischen Stadtkern. Wir bekamen ein Zimmer mit Balkon (fuer 9 EUR die Nacht) und so entspannten - und spannten - wir jeden Morgen und Abend bei einer Tasse Kaffee - bzw. einer Flasche Bier.


Unter uns befand sich eine Kreuzung von vier engen Strassen durch die sich jede Minute Scharen von Touristen und Haendlern hindurch zwaengten. Genau gegenueber lag eine Keksbaeckerei in die wir, dank der offenen Bauweise - direkt hinein gucken konnten, und verfuehrt durch den leckeren Geruch, der in unser Zimmer hinein wehte, kauften wir eine Schachtel.
Leider war dieserKauf der Anfang einer eintaegigen "Uebers-Ohr-Hau"- Erlebnisreihe, da Kris bei den Keksen, beim getrockneten Fleisch (was man hier an jeder Strassenecke kaufen kann) sowie beim Abendessen mehr als ueblich zahlen musste und sich deshab schwor "gar nichts mehr hier zu kaufen!!".
Der Portugal-China-Mix gefiehl uns beiden sehr gut und auch der Ausflug zu den zwei dazugehoerigen Inseln, die durch 3 Bruecken mit dem Festland Macao verbunden sind, war ein voller Erfolg.
Das einzig negative: wir hatten Pech mit dem Essen! Teuer und nicht lecker! Und so endeten wir bei Mc Donald und einer Baeckerei die uns mit ganz tollen Croissants und Schnitzelbroetchen verwoehnte! Mhhhhh, ich sage euch:
das ist Urlaub:


In der Sonne auf dem Balkon zu sitzen, das Treiben unter einem zu beobachten und dazu eine Tasse Kaffee und ein Croissant!
Wir liebten Macao in diesem Augenblick!

Freitag, Februar 02, 2007

Essen, essen, essen

Ich kann nicht mehr!
Fühl mich schon wie ein Ballon!
Kris will alles probieren - u.a. um neue Ideen fürs Kochen in Deutschland zu bekommen... und natürlich muss ich mitessen!
Nach dem Eislaufen gestern, gingen wir in einen Supermarkt mit dem Vorsatz 20 Dinge zum probiern zu kaufen.... Zu Hause bewerteten wir dann die Lebensmittel auf einer Skala von 1 bis 5 nach Geschmack und Aussehen...
Auf unseren Tellern landeten "Leckerein" wie Tee-eier, Haferkekse, undefinierbares Eingelegtes, Kokoskekse, 2 verschiedene Tofusalate, Sojabohnengelee mit Rindgeschmack...
Letzteres schmeckte Kris gar nicht so schlecht ("Ein bischen künstlich vielleicht") und mir schmeckten die Tofusalate beide sehr gut. Ich werde sie bestimmt demnächst öfter kaufen ("Gut für Zwischendurch oder für ein kaltes Abendessen").
Die Tee-eier, an die ich mich vorher nie herangetraut hatte, haben es nicht geschafft unsere verwöhnten Gaumen zu überzeugen.... "seltsam", "schmeckt kaum nach Ei", "total anders als der `klassische´ Eigeschmack".
Die 5 Kekssorten die wir kauften waren mir alle nicht süß genug - wohingegen Kris sie sehr lecker fand. Ich würde sie mir höchstens als Frühstücksersatz - als "Dipp in den Kaffee"-Frühstückskeks kaufen...
Heute ist mir schlecht....
Aber ohne Rücksichtnahme werde ich weitergeschleppt: Ins "Deutsche Restaurant" wo Kris unbedingt hinmöchte...

Donnerstag, Februar 01, 2007

Zugtickets??? Mei you!

"Mei you!" - heisst "Gibt`s nicht!"
Und Kris erlebt zur Zeit die ganze Tragweite der Bedeutung dieser Worte:
Es gibt keine Menschen hier auf dem Campus, da alle nach Hause gefahren sind. So liegen die Unistrassen leer und ausgestorben vor uns und nach einem Spaziergang über das Gelände, sponnen wir Geschichten alla "Outbreak" oder "SARS": Alle Menschen starben, nur 2 Touris und die Rezeptionistin des Hotels überlebten den Angriff der Killerviren....
Denn auch in meinem sonst vollen Appartmenthotel, wo die ausländischen Lehrer und Studenten leben, gibt es (fast) nur uns.

Auch fehlen die zahlreichen kleinen Essensstände, die üblicherweise draußen vor der Uni an den Mauern und Gassen stehen... So sieht vieles grau und leer aus....

Eigentlich wollten wir uns gestern in der Deutschabteilung ein paar deutsche Filme ausleihen (da gibt es eine kleine Sammlung bestehend aus: alle Folgen vom "Sissi", "Baron von Münchhausen", ...) aber leider waren sämtliche Türen des Instituts zugeschlossen. Warum sollten sie auch offen sein - es gibt ja keine Studenten oder Lehrer mehr!

Wärmeres Wetter um Stadt und Umgebung richtig erkunden zu können fehlt um diese Jahreszeit natürlich auch... gerade werden minus 16 Grad angezeigt... ABER: die Sonne lacht!

A propos Sonne: zu der wollen wir ja! Also, in wärmere Gefilde. Doch leider bekamen wir 2 Tage nur "mei you" zu hören. Weder von Qhd, noch von Beijing oder Tianjin gibt es zwischen dem 2. und 7. Februar zwei Plätze im Schlafwagen runter in den Süden. Keine Tickets nach Guanzhou, Macao, Hongkong, Shenzhen, Xiamen ... Unglaublich! Ich war mir sicher, dass es erst so richtig schwer zu reisen um den 9. /10. herum werden würde; eine Woche vor dem chinesischen Neujahr.
Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Hätte ich das vorher gewusst, so hätte ich die Tickets schon vor 3 Wochen gekauft, als ich mit meinem "Ticketagenten" die Preise von Flügen und Zügen verglichen habe...
Nach einer nervösen Nacht - immerhin wartet am 9. Feb. ein Hotelbett auf Hainan auf uns und ausserdem würden wir ungern 4 Wochen hier in der Kälte bleiben wollen - gingen wir noch einmal zu dem Ticketdealer, probierten noch weitere Fahrmöglichkeiten aus und als alles nicht half, kauften wir zwei Flugtickets nach Macao - für den 4. Februar.
Samstag nacht geht es dann los nach Beijing, gegen 9 fliegen wir los und 3 oder 4 Stunden später landen wir in Zhuhai neben Macao. Uns erwarten 25 Grad!! Yippie!!

Heute werden wir auf dem nicht weit entfernten Fluß Schlittschuhlaufen gehen - nachdem ich Kris beim Tischtennis fertig gemacht habe. Gestern habe ich ihn nur in Sicherheit gewiegt, ihn gewinnen lassen, aber HEUTE...!!! Wird er weinen!!!