Dienstag, November 28, 2006

Never ever! : CREST

Diese Zahnpasta ist die ekelhafteste die ich jemals benutzt habe!
An alle die in China sind - und an alle die kommen werden:
ich habe diese Sorte für euch getestet und:
ich dachte ich sterbe! So ekelig!!!
Als ich im Bett lag (also, nach dem Zähne putzen) wurde mir sooo schlecht von dem Geschmack...Also, stand ich auf und aß 4 Kekse -
aber so ganz ging es nicht weg...als wenn in allen Zahnritzen, in jedem verborgenen Winkel die Zahnpasta ihre Note hinterlassen hätte.
Sogar am nächsten Morgen war das erste was ich schmeckte "Crest".
Was hab ich mir da nur gekauft?? Was ist denn das überhaupt für eine Geschmacksrichtung??
TEE - Geschmack!
Steht doch ganz klar auch drauf!
Meine Schuld! - Ich hab nur die grünen Blätter gesehen und dachte: Minze! Super fresh!
Aber nix!
Heute hab´ich die Tube Tanya (der Russischlehrerin) geschenkt.
Sie hat gesagt sie mag "Crest" (aber auch mit TEEGESCHMACK???)

Sonntag, November 26, 2006

Blog unblocked!

Yippieh!
Ich kann wieder auf meinen blog! Ich kann wieder sehen! :) - Keine Ahnung wie lang noch, aber: wir wollen mal optimistisch sein!

Da es die letzten Tage hier ganz schön grau und kalt war, habe ich mich in meiner Wohnung verkrochen und meine Nase über die Bücher gehängt.
Oder anders gesagt:
ich versuche die 75 Fragebögen zum Deutschlandbild auszuwerten, die ich meinen Studenten zu Anfang des Semesters gegeben habe.
Diese sollten sie ja auf chinesisch beantworten, damit ich den höchstmöglichen Grad an Genauigkeit im Ergebniss ereiche.
Aber: Was haben die für eine Sauklaue!! Ganz abgesehen von den unbekannten Vokabeln macht mir die chinesische Handschrift doch einiges zu schaffen. Ich freu mich immer, wenn plötzlich Worte wie "Goethe" oder "Heine" auftauchen... Aber ich sage euch: das nächste Mal geb ich nur Fragen mit Antworten zum ankreuzen!



Um mich selbst zu motivieren kaufte ich mir extra ein tolles Vokabelheft (wie man sieht, habe ich schon absolut die hiesige Vorstellung von kitschiger Schönheit angenommen) und Nudeln. So, wie ihr die Nudeln da liegen seht, lagen sie auch im Geschäft. Nix mit Plastikfolie oder so...
Ist ja auch besser so - für die Umwelt. Wie? Nicht hygienisch? Kann ja jeder dranfassen und drauf-husten? Was wollt IHR denn? Ihr steckt auch euer schleimiges Taschentuch wieder zurück in die Hosentasche (wäre die chinesische - und auch meine - Retourkutsche!)
Ach und apropo Kutsche: sieht auch nett aus, oder? :


Montag, November 20, 2006

Der Schnarchwagen

Eine feuchte, graue Wärme verabschiedete sich von mir in Shanghai. Ich wusste, zurück in Qinhuangdao würde ich sie bald vermissen...
So stieg ich vollgepackt nachmittags um kurz nach 3 in den Zug: Kategorie "Hardsleeper", oberstes Bett, Reihe 15, 33EUR, planmäßige Ankunft nach 16 Stunden, also Montagmorgen um 8.
Das Gedudel aus dem Lautsprecher ging mir schnell auf den Geist, so steckte ich mir meine Kopfhörer in die Ohren und schaute auf die gelb-grau an mir vorbei ziehende Landschaft.
Ganz schön lang war ich weg! Die 10 Tage vergingen wie im Flug!
Leider nicht die knapp 4 stündige Zugreise bei 9 Grad von Qinhuangdao nach Tianjin...
Dann Sightseeing in Tianjin (Shi-Familienresidenz, europäische Architektur und chinesische Altstadt, "Carrefour", der französische Hypermarket - in welchem ich Zutaten für ein Curry gekauft habe (mmhhhh, darauf freu ich mich schon!), ... was fällt mir noch ein zu Tianjin?...Kälte - und viel gelaufen! Ach ja: und die super tolle, heiße, starke Dusche!!)
Luxusfahrt im Luxuszug nach Shanghai. Spaziergang durch die Strassen. Neonlichter, berühmte Marken, trendy angezogene Menschen, viele Ausländer, endlich wieder Weingummi...
Und dann das Lektorentreffen von Dienstag bis Samstag. Viel gelernt, viel zugehört, viel smalltalk... zu viel smalltalk... leider keine tolle Dusche... keine Privatssphäre, aber: viele Visitenkarten von mehr oder weniger wichtigen Leuten.
Ein bischen doof kam ich mir da ja schon vor: Als der berühmte Historiker Prof. Dr. Folker Reichert mir seine Karte am Frühstückstisch zuschiebt und ich, im Gegenzug, auf ein Stück Papier meine (tolle, da ja soooo seriös klingende) email-Adresse kritzel (kemiinchina@...)...peinlich. Vielleicht sollte ich mir mal eine spießig klingende zulegen! (und ne Visitenkarte...? Wenn ich groß bin!)
Ach, da fällt mir die Galerieeröffnung des Künstlers Walker Xue ein, welche im deutschen Konulat stattfand! Fotos auf Leinwand von Menschen aus Xinjiang. Die Attraktion der Bilder wurde allerdings fast von der Begeisterung über das deutsche Buffet abgelöst: Buletten, Kartoffelsalat, Marmorkuchen, Schnittchen mit Käse, Salami, Putenbrust... dazu vorzüglicher Rot- und Weißwein. Wo man alles als Ausländer so reinschlittert, oder? Galerieeröffnung im deutschen Konsulat, und dann steht man da mit seiner Stulle in der Hand neben dem Konsul (ohne Turban) und anderen Reichen und Schönen..
Ausflug nach "Luchao - Aus einem Tropfen geboren. Entstehung einer Hafenstadt für 800.000 Einwohner im Südosten von Shanghai". Die deutsche Firma, die das ganze entstehen ließ / lässt [gmp (Architekten von Gerkan, Marg und Partner)] ist übrigens etwas zu bedauern: stellt euch vor, ihr habt `nen super designtes Projekt: die Höhe der Häuser, die Farben und Materialien - einfach alles passt zusammen und dann: plötzlich wird mitten hinein ein kitschiger (nicht funktionierender) Leuchttum gesetzt, da die Chinesen finden: wo ne Küste ist, gehört auch ein Leuchtturm hin! Oder: Klötze aus Glasbausteinen, die die Architekten zur Weißglut gebracht haben, da sie so gar nicht ins Konzept passen (die werden jetzt als Toilettenhäuschen benutzt).
...
So schwebten meine Gedanken von einem Bild zum nächsten - bis ich gegen 20 Uhr auf das oberste der drei Betten stieg.



Aber: WAS für eine Nacht! Unglaublich! Ich vermute, dass ein Treffen der "Anonymen Schnarcher" in Shanghai stattgefunden hatte - à la: "Ich schnarche - na und!?" - Selbsthilfegruppe. Und die Seminarteilnehmer waren alle um mich herum verteilt. Wirklich! So etwas habe ich noch nie, niemals erlebt, oder besser gesagt: gehört! Und was für Unterschiede es gibt:
Der Mann neben mir (Reihe 16, oberstes Bett) hat total ordinär klingend und vor allem laut (!!) geschnarcht, so dass ich nach 2 Stunden auf die Idee kam, meine Position zu ändern, also praktisch meine Ohren an seinem Fußende zu haben, statt direkt den Schallwellen ausgeliefert zu sein... der unter ihm (Reihe 16, mittleres Bett), also schräg unter mir, dagegen grunzte sehr tief und der, hinter der dünnen Trennwand neben mir (also Reihe 14, oberstes Bett) hat so geschnarcht, dass meine Matratze vibrierte. Wirklich! Die hat echt vibriert. Unglaublich!! Ich vermute, dass auch er "falsch" herum schlief, so dass der Ursprung dieses vibrierenden Schnarchens nur wenige Zentimeter von mir entfernt sein musste. Zwischen 1 und 6 Uhr habe ich den MP3 Player laut laufen gehabt - komischerweise konnte ich mit Musik dann endlich auch schnarchen - ähm, schlafen!
Als ich um halb 8 hinunterkletterte und ins Graue blickend meinen bitteren Kaffee trank, erkannte ich, dass der Vibrationsschnarcher eine Frau war!! Sie setzte sich dann aber zu mir an den kleinen Tisch am Gang und wir wurden für die nächsten 3 Stunden die besten Freunde.



Mein Zug hatte nämlich Verspätung und so kam ich erst um halb 11 in Qinhuangdao an, wo mich frische Luft, eifrige Taxifahrer und brummige Busfahrkartenverkäuferinnen begrüssten.

Samstag, November 18, 2006

Fotolink!


(Nanjinglu, Montag)

Es ist grau, es regnet: perfekt um nicht traurig zu sein, morgen abreisen zu müssen!
Das Seminar ist vorbei und ich habe super viel über den DAAD und deutsche Mittlerorganisationen in China gelernt.
Allerdings bin ich seit Tagen voll krank und schmeiße mir den gesamten Vorrat an Grippostat rein... Ich hab mir bestimmt was in dem arschkalten Zug von Qinhuangdao nach Tianjin eingefangen!!! Stundenlang bei 9 Grad rumzusitzen kann ja auch nicht gut sein. Ich leg mich jetzt ins Bett, les´ in meinem neuen Buch: "Anna Karenina" von Tolstoy [...und hiermit gehen liebe Grüße an den Literaturzirkel in Berlin! Ich nehme an, ihr hattet noch keine Buchbesprechung, seit dem wir uns im Juli für dieses Buch entschieden hatten :-) ] und hoffe auf einen erholsamen Gesundheitsschlaf... Das Buch hab ich mir eben im "Foreign language bookstore" gekauft. Gut, dass ich nur 100 Kwai (10 EUR) eingesteckt habe - sonst hätte ich den halben Laden leer gekauft. So viele schöne Bücher!!!! Ach, hätte Qinhuangdao doch nur halb so ein gutes Sortiment! Dafür wartet blauer Himmel auf mich - und 15 Grad Temperaturunterschied (nach unten...)!
Unter dem Link "Mehr Fotos" findet ihr übrigens schon die hochgeladenen Bilder von Tianjin und Shanghai. Viel Spaß!

Dienstag, November 14, 2006

Shanghai

Wow!
Über 20 Grad! Und alles ist direkt doppelt so gut!
Was will ich mehr?
Also, mein lieber, zukünftiger Arbeitgeber: Ich würde gern einen Job im Süden von China haben! Denn: bin ein Sonnenkind!
1. Ich wurde einen Tag vor einem Sonntag geboren.
2. Ich habe gaaanz viele Sommersprossen.
3. Eine Sonne tätoviert (keine Angst, für züchtige Augen unsichtbar!)
4. Meine Noten waren im Sommer immer besser als im Winter.
etc. etc. etc.
Die Fahrt von Tianjin nach Shanghai war super! Ich bin noch nie in so einem Luxuszug gefahren (weder in China noch sonst irgendwo). Der gewohnte Hardsleeper mit seinen Plasiklederbetten, seinen Großraumwagen, seinen lauten Lautsprechern, die von morgens bis abends chinesisches Komedie oder Opern übertragen und immer genau über meinem Bett hängen - waren verschwunden! Alles suppi, picco bello: 6 - Bett - Abteile, leiser Lautsprecher, Häckelgardienen, frische, wirklich frische Bettwäsche... ich bin immer noch begeistert! Und schwupps, um halb neun eingestiegen, eingeschlafen und morgends um halb 8 war die Fahrt auch schon vorbei.
Ganz unproblematisch ging es mit Bus 115 zur Tonji Uni, zum Tagungshotel und:
das ist - nicht schlecht, Herr Specht! Luxuriöses Badezimmer, großzügiges, wenn auch gewöhnungsbedürftiges Frühstücksbuffet (Jiaozi (chin. Ravioli), Mantou (chin. Dampfnudeln), gebratene Nudeln, Reisbrei, ...,aber auch: Spiegelei und nicht gesüsstes Weissbrot (!!), Doppelzimmer mit - kostenlosem Internetanschluss!
Und so schreibe ich dieses kurzen Gruß, bevor es in 45 Minuten los geht mit dem Lektorenseminar.
Heute stehen nur ein paar Begrüßungsreden und ein offizielles Abendessen an. (Oh, Gott - was zieh ich an???? - Scherz! Ist schon alles bereit: Das kurze Schwarze .....ne, ne :)
Gestern hab ich mir ein paar Sehenswürdigkeiten erlaufen, aber da ich ja vor 3 / 4 Jahren fast insgesamt 4 Wochen hier verbracht habe, habe ich es ganz easy genommen. Eigentlich auch nur, um mit der Digicam ein paar Fotos für EUCH zu machen.
Sobald ich Zeit bekomme stelle ich sie unter dem Link "Mehr Fotos" online. Und: sooo viele Bücher habe ich entdeckt - am liebsten würde ich sie alle kaufen! ABER: Wer soll das alles bezahlen? Und schleppen :) Meine Umzugscrue ist ja leider weit weg in Berlin!
Aber ein paar deutsche DVD`s hab ich für meine Studenten bereits gekauft: "Lola rennt", "Der Neunte Tag", "Belmondo - Musketier mit Hieb und Stich" und zwei Filme von Fassbinder: "Angst essen Seele auf" und "Mutter Kusters Fahrt zum Himmel".
Zu meiner Verteidigung: Es gibt nicht gerade viel Auswahl an deutschen Filmen - zumindest nicht in den "Läden" in denen ich war. Deutsche Filme handeln auch sehr oft über den 2. WEltkrieg. Auch "Sissi" ist immer gern dabei.

Sonntag, November 12, 2006

Tianjin

Die letzten Stunden in Tianjin nutze ich im Internetcafe...
Links und rechts, vor und hinter mir sehe ich Monster und hoere undefinierbare Lautausstoesse von den Herrschern der Tastaturen. "Das Leben ist boese" sagen mir die konzentriert auf die Bildschirme blickenden Gesichter.
Also, die Stadt gefaellt mir!
Ehrlich gesagt, ueberrascht mich meine Begeisterung, da ich eine graue Stadt mit viel Gehupe und Beton erwartete. Statt dessen ergoezte ich mich an der wunder-wunder schoenen Familiengesidenz, die wirklich ganz toll ist! Ich finde, dass ist die Hauptattraktion Tianjins. Verschnoerkelte, bunt bemalte Dachgesimse, romantische Moebel, kleine Hofgaerten und: das Familientheater! Das sieht wirklich unglaublich aus. Wenn ich mir vorstelle, dass dort frueher alle zusammen gesessen haben und sich eine Oper oder so haben vorspielen lassen... Mit all den schoenen Kostuemen....
Sobald ich wieder zu Hause bin - also spaetestens Mitte naechster Woche, stelle ich die Bilder online.
Die Stadt profitiert desweiteren von der europaeischen Architektur sowie der chinesischen Altstadt. Dieser Mix hat mir aeusserst gut gefallen und ich koennte mir sogar vorstellen hier einmal zu leben.
Wetter war auch gut - allerdings war der Zug von Qinhuangdao nach Tianjin HORROR!
Es war arschkalt! Ironischerweise hing genau gegenueber von mir ein Thermometer: 9 Grad!!!!!!! Fucking 9 Grad! Ich dachte ich sterbe! Fast 4 Stunden war ich in dem Zug.... Ich versteh nicht, dass nicht geheizt wurde. Auch die anderen Fahrgaeste haben sich bei den Zugbegleitern beschwert...
Gott sei Dank hatte mein Hotelzimmer eine richtig heisse und starke Dusche! Genau das Gegenteil von der Qualitaet der Dusche in meiner Wohnung. In Qinhuangdao gibt es naemlich nur morgens bis ca. 7 Uhr WARMES Wasser und irgendwann abends (manchmal gegen 17, manchmal gegen 19 Uhr) - und der Strahl ist leider so gar nicht stark.
In Tianjin habe ich deshalb nach meiner Ankunft erst einmal ewig lang ganz heiss geduscht - man war das toll!
Allein wegen der Dusche werde ich dieses Hotel weiter empfehlen!
Die beruehmten Goubulie Baozi habe ich auch heut gegessen - waren lecker, aber soooo besonders nun auch wieder nicht.
Na, mal sehen was es in Shanghai so leckeres morgen geben wird!

Donnerstag, November 09, 2006

Reisepläne

Morgen früh geht es los: Nach Tianjin - auch "Shanghai des Nordens" genannt: einem 9,6 Millionen Einwohner Stadt-Land (oder wie nennt man eine Großstadt, die gleichzeitig auch "Bundesland" ist? oj: Deutsche SPrrrrache, schwerrrrre Sprrrache!)
Wenn die Stadt Touristen anlockt, dann wegen ihrer europäischen Architektur aus der Konzessionszeit. Engländer, Franzosen, Japaner, Deutsche, Italiener und Belgier machten sich zum Ende des 19. Jahrhundert die günstige Lage der Hafenstadt zu nutzen und hinterließen ihre Spuren.
Abgesehen von der malerischen "westlichen" Kulisse, soll es auch eine restaurierte chinesische Altstadt geben, auf die ich mich schon sehr freue. Ich stelle mir so etwas ähnliches wie in Lijiang (Yunnan) vor...
Der Antikmarkt soll besonders Sonntags schön sein - und so werde ich Samstag einen Trip in die nähere Umgebung wagen, wo es die sehenswerte, atemberaubende Residenz der Familie Shi gibt. Zahlreiche Hinterhöfe, ein Theater und 278 Zimmer zählen zu ihrem Anwesen. WOW!

Meine Kollegin empfahl mir an kulinarischen, lokalen Spezialitäten besonders die Tianjinner "Baozi" - gefüllte Dampfklösse sowie einen süßen fritierten Zopf...

Sonntag nacht geht es dann weiter nach Shanghai, im Schlafwagen in nur 11 Stunden!
Den ganzen Montag und den halben Dienstag habe ich dann Zeit nach Büchern und Filmen für die Deuschabteilung meiner Uni zu gucken. Auch spezielle Literatur zur Interkulturellen Kommunikation stehen auf meinem Einkaufszettel. Hab ich schon erzählt, dass eine Kollegin und ich versuchen wollen einen Kurs über eben genanntes Thema für nächstes Semester anzubieten? Mal sehen ob es genehmigt wird. Wär super!
Ok - Waschmaschine ist fertig! Und ich auch!

Mittwoch, November 08, 2006

Die Thermoskannen (oder: Die Geschichte des Wasserkruges)



...und jeden Abend vor dem Schlafengehen erzählte mir Großmutter die gleiche Geschichte:
"Zur Zeit der Tangdynastie, als das Gras sich noch samt-grün um die Hügel spannte und die Teeblätter in der Schale noch respektvoll den schlürfenden Lippen wichen, gab es ein kleines, pummeliges Mädchen: Aihua, Tochter des Schweinehirten.
Mit ihren runden, roten Bäckchen stapfte sie jeden Morgen hinunter zum Fluß um frisches Wasser für die Mutter zu holen.
Dies war ein beschwerlicher Weg, der über Stock und Stein führte und nicht selten schlitterte Klein Aihua über den glitschigen Lehmweg, verlor das Gleichgewicht und purzelte zum Flußufer hinunter. Dort würden schon lachend die Nachbarsjungen auf sie warten, die nur darauf aus waren sie zu ärgern. Sie zogen an ihren roten Schleifen im Haar, zwickten ihr in die dicken Ärmchen und entrissen ihr den Wasserkrug.
Wenn sie es leid waren und sich von dannen trollten, konnte Aihua das Wasser schöpfen und sich wieder auf den mühevollen Heimweg machen.
Ihre Mutter fing jedes mal an zu schimpfen, wenn Klein Aihua völlig verdreckt wieder zu Hause ankam und schickte sie wütend in die Scheune zu den Schweinen.
Dort tröstete das kleine Mädchen sich an den warmen Tierleibern und weinte sich in den Schlaf.
Da begab es sich, dass ihr im Traum die Flußgöttin erschien und ihr zuflüsterte:
"Kleine Aihua! Weine nicht! Stelle heute nacht den Wasserkrug draußen vor die Tür und all dein Kummer wird vergessen sein!"
Da wachte Aihua auf, rieb sich erstaunt die Augen, schüttelte den Kopf und rannte hinaus in den Hof.
Des Nachts jedoch, entsann sie sich der Worte der Flußgöttin und - vorsichtshalber, denn man kann ja nie wissen, stellte sie den Wasserkrug, unentdeckt von der Mutter, vor die Tür.
Als sie am nächsten Morgen aufwachte und aus dem Haus hinauslief, traute sie ihren Augen nicht: der Krug war voller Goldtaler!
Was für eine Freude!
Vorbei das beschwerliche Leben, vorbei der Gram!
Und noch heute stellen die Hoffnungsvollen ihren "Wasserkrug" vor die Tür und träumen von einem besseren Leben..."

Montag, November 06, 2006

Lokale Handys, des Lauchs Frisur und Kurztrip



Also, wenn meine Oma Ruth dieses Bild sehen würde, dann würde sie zu mir sagen: "Ach, Katja! Schön gesund siehst du aus!"
Daraufhin würde ich wissen: Oh, oh! Du musst mehr laufen gehen! Denn wenn meine Oma Ruth sagt: "Katja - hast du viel Stress? Du siehst schlecht aus!" - weiß ich, dass mit meiner Figur alles stimmt! ... Bei diesem Bild, bei diesen runden Bäckchen allerdings, wäre meine Oma bestimmt glücklich!
Hier bin ich gerade in einem Handyladen, da Alexandre sich eines kaufen wollte. Hat er dann auch gemacht - Stunden später... Da war mir schon ganz schlecht, weil ich auf diesem orangenen Drehstuhl immer im Kreis gedreht bin (weil mir so langweilig war...)
Und warum war mir langweilig? Weil: ich es überhaupt nicht verstehe, wie man sich ein Handy kaufen kann, was nur innerhalb der Stadt funktioniert! Ausserhalb der Grenze kann er weder telefonieren noch SMS verschicken! Und - auch nichts empfangen!!!
"Ja, hallo? Jemand zu Hause?" - dachte ich mir. Er kennt sowieso nur Luise, die Kandierin außerhalb unserer Uni - wofür braucht er dann ein Handy, was ihm auf Reisen nichts, aber auch gar nichts nützt? Ausserdem haben wir ein Festnetztelefon in unserer Wohnung und mit Skype kann man auch überall hin anrufen....
Also, ich versteh das nicht, warum man sich eine "lokales" Handy kauft, wenn man sowieso keinen kennt... (bitte jetzt keine Kommentare schreiben, da ich die sowieso nicht lesen kann, da der blog von China aus immer noch ähm - den technischen Defekt hat)
Und deshalb war mir langweilig! Weil ich warten "musste".



Übrigens: ist was passiert!!! Ihr errinnert euch an das Gemüse vor den Häusern? Es hat sich was getan! Und zwar hat der Lauch jetzt eine Frisur bekommen: die langen, dunkelgrünen Blätter wurden nach hinten gekämmt, dann zu einer Schleife umgeschlagen um schließlich mit einigen anderen Frisierten zu einem Bund gebündelt zu werden. Draußen frieren müssen sie allerdings weiterhin.



Aber: sie haben Gesellschaft bekommen: von grünen Scheiben. Und ich weiß nicht, was für ein Gemüse DAS sein soll--- Und warum sie dort draußen liegen, habe ich - shame on me - auch noch nicht herausbekommen.



Und noch etwas: Freitag, den 10. fahre ich nach Tianjin: Sightseeing bis Sonntag! Yippie!! Und Sonntagnacht geht es weiter nach Shanghai auf ein Lektorenseminar vom DAAD. Dieses dauert von Dienstag bis Samstag nachmittag. Sonntag den 19. fahre ich dann mit einem Direktzug zurück nach QHD - wobei dieser Direktzug ein Bummelzug ist und ... 22 Stunden oder so braucht.
Ich freu mich schon sehr auf Trip! On the road again! :
Besonders auf die europäische Architektur, den Antiquitäten Markt und die restaurierte Altstadt (diesmal chinesischen Stils) in Tianjin, einer 9.6 Mio Einwohner Stadt. Ich war noch nie dort und bin desto mehr neugierig auf neue Eindrücke.
Aber auch auf die mir bereits bekannten und sehr gemochten Ecken in Shanghai freue ich mich.
Ich bin total gespannt auf das Seminar, da einige Vorträge sich auch super für meine Magisterarbeit verwerten lassen. Und vielleicht gibt es ja ein paar nette Leute dort?

Übrings gibt es super viel bzgl. meines Deutschunterrichts zu berichten...ich versuche es noch diese Woche unter dem Daf-news-Link online zu stellen!

Sonntag, November 05, 2006

Hans

Samstag bin ich gezwungen worden in einem - in DEM - deutschen Restaurant der Stadt zu essen.
Das einzige was deutsch war, war allerdings Hans!
Hans - das Bier.



Die Arbeitskleidung der Kellnerinnen....ähm, ja... die Kanadierin, die uns mitgeschleppt hatte, ist überzeugt, dass die Tracht deutsch sei...ich, bin mir da nicht sooo sicher.
Das angebotene Buffet war auch in keinster Weise deutsch: alles chinesisches Essen: Salate, Suppen, Gemischtes (Gemüse und Fleisch), Reis und Nudeln und Kuchen.
Leider waren wir zudem auch etwas spät, so dass nicht mehr nachgefüllt wurde. Kalt war es auch. Bier war allerdings im Preis inbegriffen - und man konnte so viel trinken wie man wollte (konnte).
Luise - die 50jährige Kanadierin (lebte und arbeitete als Bibliothekarin schon in der Antarktis (!!), im Oman, in Kuweit, ... und jetzt als Englischlehrerin in QHD) legte es drauf an - was sehr lustig war.
Das besondere an diesem deutschen Restaurant war, dass - wie in "brasilianischen" Restaurants - die Köche mit Fleischspießen umherlaufen und dem Gast eine frische Scheibe der jeweiligen Köstlichkeit auf den Teller säbeln.
Mhhh, da gab es Lammkeule, Roastbeef, Hühnerflügle, Shrimps, Callamari, Hühnerherz (o-gott - als ich es im Mund hatte, hatte ich schon so eine Ahnung, dass ich das lieber nicht essen sollte - es schmeckte irgendwie sehr streng, und als ich dann erfuhr, was es ist - dachte ich nur noch an....: wo ist das Bier zum nachspülen?!!!!!!), Mais, Bacon, Würstchen, Ananas, alles Mögliche vom Schwein... wow, es war echt viel!

(Bei der folgenden Schilderung bitte ich zu beachten, dass ich aus der Perspektive einer Kellnerin, mit 10jähriger Arbeitserfahrung und 3 Jahren ununterbrochenem Sonntags-Brunch-Dienst, berichte:)

Ich beobachtete, dass die chinesischen Gäste (deutsche gab es keine - ausser mir :) ) scheinbar das Buffet zu Anfang gestürmt hatten und alle Leckereien in der Mitte ihres Tisches gestapelt hatten.
Folglich:

(1.) war das Buffet zu 2/3 abgegrast und
(2.) der Laufverkehr dementsprechend minimiert.
(3.) Desweiteren wurde nicht genudelt und volltrunken am Tisch verweilt, sondern ab 14 Uhr waren wir fünf (fast) die einzigen im zweigeschössigen Restaurant.
Das deutsche Verhalten ist da ganz anders: in der Regel wird einige Stunden zwischen Tisch und Buffet hin und her geschlendert, da bei einem Buffet die soziale Komponente, das Zusammenkommen, sich austauschen mit Freunden / Familie mindestens ebenso wichtig zu sein scheint, wie der Sättigungsprozess an sich.
Die Ursache für o. g. kann entweder im chinesischen Essverhalten liegen - zudem ich in Kürze aufgrund vermehrten Wunsches schreiben und mit Fotos illustrieren werde
oder in der Tatsache, dass wir um 1 Uhr dort waren, also zur Halbzeit...
Keine Ahnung! Aber: Der Schokoladenkuchen in der Mitte des Nachbartisches, der soooo lecker aussah, war auf dem Buffet nicht mehr zu finden...



Aber: wie auch in meinen Kellnerjahren, gibt es nach einem stressigen Tag das Personalessen, und: es gibt nichts nervigeres als
diesen letzten Tisch,
diese Gäste, die kein Zuhause haben,
die Gäste, die meinen, nur weil sie "in der Hauptstadt" sind, könnten sie einem den Feierabend versauen....
Und, deshalb verließen wir schleunigst das "Deutsche Restaurant" von Qinhuangdao, dem schnellen und freundlichen Personal einen "Guten Appetit" wünschend!
(Man beachte das Schild an der Wand: "Bräuwastl")

Donnerstag, November 02, 2006

Party-review

mhhhh, habe gerade Bratkartoffeln mit Spiegelei und Gewürzgurken gegessen! mhhhh - ich kann ja nicht wirklich kochen (deshalb hab ich ja auch ewig als Kellnerin gearbeitet - damit ich was anständiges zu Essen krieg!) aber: nachdem ich den besten Koch der Welt gefragt habe wie man Bratkartoffeln am besten macht (zuerst die Kartoffeln kochen oder nicht? Auf starker oder niedriger Flamme braten? Viel oder wenig Fett? ...), klappte dieses Junggesellengericht ausnahmsweise einmal gut! Die Gewürzgurken im Glas waren ein echter Fund! Und als ich sie entdeckte wusste ich sofort, was es heute abend zum Essen geben würde!!!

Und das war nicht mein erstes westliches Essen für diese Woche! Nein! Am Dienstag abend gab es auf diesem offiziellen Abendessen für bestimmte ausländische Lehrer dieser Stadt bereits die Wahl zwischen einem Rindersteak in Pfeffersauce und einem Knoblauch-Hühnersteak. Als Vorspeise gab es Obstsalat mit einem orange-pinkem Saltatdressing und danach eine süß-saure Tomatensuppe / Minestrone mit einer Scheibe Knoblauchbaguette (!!!). Als Beilage zum Fleisch gab es eine kleine (aber sehr feine) Portion Nudeln mit Tomatensauce, einem Röschen Brokkoli und Obstsalat mit Joghurt. Zum Dessert: eine Kugel Schokoeis und einen Kaffee. Eine kleine Flasche Bier, heißes Wasser und chinesische, traditionelle Lifemusik waren ebenfalls im Preis inbegriffen. Das Hauptgericht war total lecker!!! Unerwartet viel und sogar blutig/medium zubereitet! Ich war begeistert!
Der Sinn und Zweck der Veranstaltung ist mir allerdings nicht so ganz klar geworden: Sie war von der Ausländerbehörde in QHD und dem Restaurant veranstaltet worden, und ok: das Restaurant ("Shandao Kafei") macht Werbung für sich - es gab sogar hinterher für jeden 20 Kwai Gutscheine (und ich hab 2!!), aber ... mit den anderen Ausländern kamen wir nur auf der Toilette - beim Anstehen in Kontakt, aufgrund dessen wir alle in voneinander abgetrennten Kabinen saßen und aßen. Das fand ich ein bischen blöd - aber gleichzeitig war ich auch nicht extrovertiert genug um von Kabine zu Kabine zu gehen und zu sagen: "Hallo, ich bin die Katja und "want to make friend"" ... :)
Als alle Lehrer unserer Uni wieder eingesammelt wurden, um nach Hause gebracht zu werden seilten Tanya und ich uns ab und nahmen ein Taxi zur besagten Halloweenparty in der "For You" Bar. Die Lokation wird von einem Koreaner betrieben und beschäftigt einen sehr kontaktfreudigen (...) jungen "Manager", der es versucht jedem Gast so angenehm wie möglich zu machen... Wir lernten ein paar nette Leute kennen, also insgesamt waren vielleicht noch 12 -14 andere Ausländer da, und nachdem vier von ihnen die "Bühne" betraten kam auch Tanzstimmung auf, da sie Smashhits wie "Brown Eyed Girl", "I will survive" und Songs von Guns `n Roses spielten.
Immer wieder interessant zu sehen, wie unterschiedlich das Weg-geh-Verhalten sein kann: Ich wette, dass keiner der Anwesenden zu dieser Musik in seiner Heimatstadt getanzt hätte, aber fern von coolen Berliner, Londoner oder Moskauer Clubs - war dies das maximal für diesen Abend erreichbar Mögliche. Also, tanzten fast ausnahmlos alle Ausländer und auch ein paar Chinesen mischten sich auf die provisorische Tanzfläche.
Ich liebe es zu tanzen! Und erkundigte mich sofort bei den "Alteingesessenen" nach entsprechenden Läden. Angeblich ist das "Angels" DER Ort. Na, ich bin gespannt!!! Das nächste Wochenende kommt bestimmt! :)
Nur 5 Stunden nach dem riesigen Rindersteak fand ich mich mit Tanya im Mc Donald, vor einem "Quarter Pounder Set Menue" wieder...(und danach hab ich mir noch ein Softeis - mit Schokohaube die hart wird, wenn sie auf das Eis trifft - gekauft!!)
Oh, Gott, am nächsten Tag, also gestern, gings mir echt schlecht! Meinen Bauch schob ich wie einen Ballon vor mir her. Der war die Menge an West-Essen wohl gar nicht mehr gewöhnt...

Schneesturm - pah!

Morgends, sieben Uhr in Qinhuangdao:
Zimmer 2043: Katja liest Nachrichten im Internet.
Ihr hattet in Deutschland gestern Stürme?? Sogar Schneestürme??
Pah!
Ich habe mich in den letzten Tagen im T-shirt und nackten Beinen auf dem Balkon gesonnt :)
ok, sobald die Sonne weg ist, dann wird es auch hier super kalt! Am Dienstag hab ich sooo gefroren, als ich nach dem Unterricht um 18 Uhr im dünnen Pulli nach Hause lief...
Aber: noch einmal zurückkommend auf euren Winteranbruch (und dann muss ich mich auch fertig machen für den "langen" Unterrichtstag heute):
Wettervorhersage für heute und morgen in QHD:
Hochsttemperaturen 19 - 20 Grad :)und Sonnenschein.

(Allerdings Sonntag: Höchsttemperatur 6 Grad und NIedrigsttemperatur: -3!!!!)