Auf der Bank
Mein Zeiteinsatz um Geld auf mein deutsches Konto zu überweisen betrug: 5 Stunden.
Mein Nerveneinsatz: am ersten Tag: unzählbar, am zweiten Tag: mäßig viele.
Mein finanzieller Verlust: 20 EUR
Und hier nun für alle das Prozedere, damit es keinem Leser so ergeht wie mir:
1. Arbeitsvertrag kopieren
2. Pass kopieren
3. Foreign Expert Certificate kopieren
4. Bescheinigung mit rotem, rundem Stempel vom Arbeitgeber geben lassen, dass man dort arbeitet und Geld tauschen möchte und es überweisen möchte. Gegebenenfalls diesen Brief mit seiner (der Chefs) Telefonnummer versehen lassen - zwecks Rückfragen von der Bank.
5. Die Adressen der deutschen Bank + BLZ und Kontonummer und ganz wichtig: die
6. "Swift" Nummer der dt. Bank.
7. Herausfinden welche Bank Geld tauscht, bzw welche Bank Auslandsüberweisungen macht.
8. Gegebenenfalls einen Übersetzer mitnehmen - denn selbst in der Hauptfiliale der "Bank of China", in einer 3 Millionen Stadt, wurde kein Englisch gesprochen.
9. Zwei Formulare, mit mir teils unbekannten englischen Vokabeln, der Bank ausfüllen: Das Ausfüllen des Ersten legitimiert zum Weitergehen, um am nächsten Schalter das zweite Fomular auszufüllen.
10. Eine Auslandsüberweisung kostet 20 EUR (!!!) - es lohnt also nicht, nur 80 EUR zu überweisen.
11. Zeit und Nerven.
12. Achtung: ab 11:45 verschwinden die meisten Angestellten - Mittagspause! Und dann muss man warten bis 13:30.
Ich möchte das ja gar nicht so negativ beschreiben... aber: dieser ganze Papierkram! Und dann strampel ich mich auf chinesisch ab, versuche jedes noch so dahin gemurmelte Wort zu verstehen, bete, dass mein Anliegen verstanden wird... und dann gibt es keinen Mindestabstand. Und das hat mich am ersten Tag, also gestern, so gereizt, weil ich endlich meine Sache erledigt haben wollte, aber ständig redeten andere Leute dazwischen, die sich einfach über mich beugten (ich saß) - und die Bankerin hörte denen auch immer zu, mehr oder weniger, und bearbeitete somit praktisch 3 Leute gleichzeitig! Direkt daneben an den Schaltern sitzen (ich hab gezählt) 7 Banker, die nichts zu tun haben.
Heute war es besser... es waren nicht so viel Leute da, man "kannte" mich - und vielleicht hat die Dame recht und in 2 Tagen ist das Geld auf meinem Konto! Das wäre echt toll! Aber...ich hab zum Beispiel nicht verstanden, warum die Bankerin, trotz vorhandenem , internetfähigem Computer nicht die Swiftnummer meiner Bank herausfinden konnte! So musste ich den fast 40 minütigen Heimweg antreten, warten bis Deutschland aufwacht und die Swiftnummer herausgefunden war, um am nächsten Tag wieder zur Bank zu fahren... Was für eine Zeitverschwendung!
Naja, jetzt weiß ich wie es läuft und beim nächsten Mal klappt es bestimmt besser!
Gestern war es hier super grau und regnerisch - heute dagegen lachte Sonne den ganzen Tag vom blauen Himmel. Das hob meine Laune beträchtlich, und ich genoß meinen Kaffee und mein Müsli nach dem Laufen auf dem Balkon. Lange wird das bestimmt nicht mehr möglich sein...
Außerdem ist ein Paket für mich angekommen!!! Um es abzuholen, muss ich morgen zuerst in das "Studentenheim Nummer 6" gehen
- keine Ahnung wo das ist, immerhin sind Universitätsgelände in China oft so groß wie Siegen (ohne die eingemeindeten Dörfer :) ).
Dort im "Studentenheim Nummer 6" muss ich den Benachrichtigungszettel vorzeigen und meinen Pass und mein Foreign Expert Certificate.
Dann bekomme ich einen weiteren Zettel und mit dem geh ich zur Post.
Zu welcher? Das weiß ich noch nicht. Vielleicht ist das so wie mit der Bank: Filialen gibt es zwar an jeder Ecke, aber die "Richtige" liegt am anderen Ende der Stadt!

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