Dienstag, Oktober 31, 2006

Kulturabend



Am Sonntag abend holten mich zwei meiner Studentinnen ab, um dem alljährlich stattfindenden Kulturabend der Fremdsprachenabteilung der Yanshan Universität beizuwohnen. Auftreten würden zum größten Teils Studenten und Tutoren die eine Fremdsprache studieren. Sie würden singen und tanzen - und sogar ein Zauberer würde da sein.
Ich - als Ausländerin - und eine meiner Studentinnen, als meine persönliche Begleitung, hatten die Ehre auf einem der Plätze in den ersten 4 Reihen sitzen zu dürfen. Wir brauchten auch keine Eintrittskarte - mein fremdes Aussehen war nicht nur meine Eintrittskarte sondern auch die meiner Begleitung...
Es fand in einer großen Aula statt, die dem Stadttheater in Siegen bei weitem an Größe und Akustik den Rang ablief!
Der 3 stündige Abend war super! Von den anderen Germanistikstudenten, die 2 Reihen hinter uns saßen, wurden wir regelmäßig mit leckerem, süßem, lilanem Popcorn versorgt und ich staunte über die teilweise ganz andere Art des Publikumsverhaltens:
Anders in 2 Punkten: Zeitunkt und Länge des Applaus und : (total witzig) Beschenkung der auftretenden Gäste.
Also, nochmal genauer: Applaudiert wurde während die Stars auf die Bühne traten und zwischendurch, während ihrer Vorführung (bei einer besonders coolen Tanzbewegung, bei einer besonders schmachtenden Mimik zum Liebeslied, bei der Berührung der Hände, wenn ein Mann und eine Frau sich ihrer Liebe in einem alten Volkslied versicherten).
Aber: zu meiner Verwunderung wurde kaum, bis gar nicht geklatscht, nach Beendigung des Gesanges oder Tanzes...
Zweite Kuriosität: auch in Deutschland kann man sehen, dass Blumen oder BHs auf die Bühne geschmissen werden - bei seriöseren Auftritten, werden die Blumen (allerdings nicht die BHs) vielleicht auch während der Präsentation überreicht. Aber hier nahm die Beschenkung ungeahnte Ausmaße an: immer wieder wurden von den Besuchern (den Kommilitonen) Luftballons und Leuchtstäbe überreicht - was je nach Grad der Beliebtheit zu einer erneuten Applauswoge hinreißen ließ.



Manche Stars konnten gar nicht so viele Luftballons oder Leuchtstäbe halten! Und was für eine Herausforderung für die, die auf der Bühne stehen, vor Hunderten singen müssen und gleichzeitig so viele Geschenke annehmen müssen!
Es war herrlich!
Übrigens: Die Leuchtstäbe (rot, grün, blau) werden vom Publikum in die Höhe gehalten, im Rythmus der Musik geschwenkt, als Drumstick zum "Luft-Schlagzeug-spielen" benutzt, als verlängerte Hand zum Winken verwendet, oder kamen als Feuerzeugersatz bei romantischen Liedern, wenn das Licht gedämpft wurde, zum Einsatz.



Besonders gut hat mir der Jazzdance gefallen, bei dem eine meiner Studentinnen der Star war - immer in der Mitte! Und ich fand, sie tanzte super gut! 3 Mal durfte sie im laufe des Abends auftreten.



Hier ist meine Studentin die Tänzerin auf der linken Seite...

Der Zauberer war super, da er ganz in weiß mit so einer HipHop Mütze auftrat (statt im Frack mit Zylinder)...aber sein Zaubertrick war so lala: Er verschnürte eine Frau im Sack und steckte sie in eine Kiste - aus der er dann hinterher herauskroch, statt sie... Der Trick ist ein bischen alt...
Krass fand ich, dass eine amerikanische Familie sich traute ein chinesisches Lied, in welchem die Liebe der Familie besungen wird, auf der Bühne sang. Mit den beiden Kindern auf dem Arm. Das Publikum rastete aus! Die Familie könnt ihr übrigens auf dem Gruppenbild der ausländischen Lehrer sehen, welches ich im September auf dem blog (der immer noch von China aus gesperrt ist) veröffentlicht habe, sehen. Also, ich fand den Auftritt total mutig.

Auch ein deutsches Lied wurde gesungen - aber fragt mich nicht welches... ich hatte es schon mal irgendwo gehört... vielleicht auf Radio Paradiso (oder in NRW: WDR viiiiieeeeer) oder so...irgendeine alte Schnulze und leider echt, überhaupt nicht gut (weder vom Lied an sich, noch von der Präsentation)...aber trotzdem irgendwie unglaublich, mitten in der Wallachai ein deutsches Lied zu hören! Die Studentin kannte ich leider nicht - sie ist keine Hauptfach-Germanistikstudentin, was die ganze Sache noch unwirklicher macht.

Besonders toll fand ich einen indischen Tanz. Die Frau hat super sexy getanzt und die Musik dazu war echt klasse! Auch die Studentin aus der Russischabteilung mit ihrem "Putin Putin" Song hatte Power und viel Temperament - das rollende rrrrrrrrrrrrr war brrrrrrillant!

Heute abend (ich werd noch voll zum partyanimal hier) geht es gleich auf 2 Partys: eine von der Uni aus (die eigentlich hätte gestern stattfinden sollen - wohl aber ein Kommunikationsfehler der Verantwortlichen war) und danach diese Halloweenparty, von der ich euch schon vor ein paar Tagen erzählte.

Sonntag, Oktober 29, 2006

Mein Blog geblockt (!!??)



Super, jetzt hab ich den Salat!




Seit ein paar Tagen kann ich nicht mehr auf diesen blog zugreifen. Ich kann publizieren - da ich dies von einem anderen Zugang aus machen muss. Aber meine 49-86 Seite kann ich nicht mehr angucken...





Ich hoffe, dass dieser "technische Defekt" bald behoben wird...

Abgesehen davon, dass ich mich jetzt ein bischen beobachtet fühle (da kommt mein Wessi-Denken raus: upps, meine Seite geblockt - überall Spitzel, Hilfe!), läuft`s gerade ganz gut... Lern und lauf viel - was bei DEM blauen Himmel super schön ist.
Die letzten 2 Monate ging es hier ja partytechnisch nicht gerade ab, weshalb Folgendem besondere Beachtung zu schenken ist:
Gestern waren wir (die europäische Delegation und ich) in dieser "Perfect Life Bar", wo wir vor einem Monat schon mal waren - und es war genauso doof, wie das letzte Mal, und wieder wegen des Kanadiers der auch das letzte Mal nur am Provozieren war... Da ich mir nicht gerne zum zweiten Mal einen Abend versauen lassen wollte, gab ich ruhig und bestimmt (und wahrscheinlich ziehmlich arrogant) ein kurzes Statement...und er verließ die Bar. Autsch...

Heute bin ich von meinen Studenten auf eine Studentenveranstaltung eingeladen. Um halb sieben werde ich abgeholt und ich bin schon ganz doll gespannt, wie es werden wird (und was genau es ist...).

Morgen abend fährt unsere Uni uns (die teilnehmenden Ausländer) zu einer Lokation die ein Fest für die hiesigen Ausländer gibt... auf dem Programmpunkt stand "chinese music" und "free conversation" --- was heißt das? "Free conversation" ? Ich bin neugierig! Und freu mich! Endlich mal ein bischen nightlife - und den Dienstag abend wird es sofort weitergehen:

Der blöde Kanadier hatte nämlich eine sehr nette, lustige Frau aus Hawaii als Begleitung. Sie heißt Wendy und hat uns auf eine große Halloweenparty eingeladen... Hey!!!! Vielleicht geh´ ich als Pipi Langstrumpf? Übrigens ist sie in der Bar gebliebe, hat sich für sein Benehmen entschuldigt und - das war uns allen super peinlich: hat die gesamte Rechnung bezahlt!

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Lagerung (...?)

Schon seit einigen Tagen sind mir die Chinakohlberge und Lauchreihungen vor Hauseingängen aufgefallen.



Warum liegen das Gemüse neben Garagentoren? Stapel von Kohlköpfen hochaufgetürmt rechts und links von Eingangstüren?



Oder um Bortsteinkanten herum?



Lauch und Kohl ausgebreitet - soll es trocknen?
Oder was passiert mit dem Gemüse?



Oder kam nur eine dicke Lieferung vom Feld für das Unipersonal und die Bewohner hatten bisher noch keine Zeit es in ihre Wohnungen zu bringen? ...
Ich muss diesem Rätsel auf die Spur kommen!
Aber auf jeden Fall finde ich es lustig zur Zeit über den Campus zu laufen!

Montag, Oktober 23, 2006

Eine Bildergeschichte



Es ist kalt geworden in QHD. So wie in Berlin. Nicht anders zu erwarten: Mitte Oktober, im Nordosten von China, einer Stadt am Meer.
Mein Aufenthalt in Beijing hat mir noch einmal bewusst gemacht wie sehr ich mich gegen "das gemachte Nest" hier wehre. Also, innerlich gesehen. Das - für China typische - Universitätsgelände, das man nicht verlassen muss, wenn man nicht möchte: Denn es gibt hier alles: Supermärkte, Sportanlagen, Ärzte, kleine Händler für Chrysantemenbüsche, Schuheinlagen und kandierten Äpfeln. Sogar einen wunderbar romantischen See mit einer kleinen Brücke, die Ausländern bestimmt den Ausruf entlockt:"Genauso hab ich mir China vorgestellt!" - gefolgt mit einem zufriedenen Grinsen, ... gibt es hier.
Meine Wohnung in einem Hotel mit Fließenboden und Kakerlaken und Käfern an den Vorhängen die Nachts, wenn sie runterfallen ein klackendes, klickendes Geräusch auf dem Fließenboden hinterlassen.



Mein Leben beschränkt durch Regeln die nicht in meine demokratische, individualistische Lebensvorstellung passen.
Und so kämpft der Löwe (mein Sternzeichen "in der Sonne") mit dem Steinbock (mein Sternzeichen "im Mond")und lässt mich hin und hergerissen sein.
Der Löwe will selbstbestimmt zwischen einheimischen Nachbarn sich in einer -wenn auch kleinen so doch meinen- Wohnung räkeln, sich Stinketofu um die Nase wehen lassen und mit dem Shifu (dem "Hausmeister" und "Wachmann" eines Wohnblocks)über die gestiegenen Strompreise meckern.
Der Steinbock dagegen, vernünftig und strebsam wie er nun mal ist, sitzt jeden Tag am Schreibtisch und lobt, dass man sich um nichts kümmern muss und so vorzüglich an der Magisterarbeit arbeiten kann. Er ist es auch, der immer wieder von neuem dazu auffordert die momentane Lebenssituation toll zu finden... Und er gewinnt auch hier und da. Wenn ich über den Campus laufe und ältere Menschen im Park zur Musik aus einem Transistorradio Gymnastikübungen machen sehe, die 100 Kinder im Kindergarten nachmittags um 16 Uhr in 10er Reihen stehend singen höre, bei der Gemüsehändlerin duftende Birnen erstehe und ein paar chinesische Datteln dazu bekomme... dann, ja dann, bei blauem Himmel - so wie heute, ist es schön.
Aber gestern siegte der gekränkte Löwe:
Endlich hatte er sich einen freien Tag erkämpft, nach so viel Hintern-Platt-Sitzerei wollte er raus! Was erleben! Zuerst wurde am frühen Morgen 13 km gelaufen - da sah es zwar grau aus, aber, halt nur grau - sonst nichts.
Nach der Dusche allerdings, war es am stürmen und am regnen - doch der Löwe wollte partou nicht noch einen Tag im Aquarium verbringen und stürzte gestylt hinaus in den tobenden Sturm.



Es war eiskalt! Der Wind, der ins Gesicht peitschende Regen!
Einiges was ich mir vorgenommen hatte machte ich: Webcam kaufen, nach Büchern gucken, Stifte und Heft besorgen... aber nach 4 Stunden war ich derartig durchgefroren, dass ich nur noch nach Hause wollte: im Bett DVD gucken. "Und mit keinem Reden! Und wehe jemand ruft an! Ich geh nicht dran!"
Es rief auch keiner an, was dann gekränkte Gedanken à la "Ist ja klar, entweder es rufen alle am gleichen Tag an, oder wochenlang keiner!!!" hervor rief. - oh, oh böser, böser Löwe!!!
Der "Englische Patient" ließ mich bei der Badezimmerszene, wo sie zu ihm in die Badewanne steigt, schmachtend zurück.
Heute morgen begrüßte mich dagegen ein strahlend blauer Himmel und ich fand Balance:



Zuerst strebsames Arbeiten und nachmittags Muscheln sammeln am Strand. Es war wunderschön! Es ist ein ungewohntes Gefühl am Meer zu leben. Als ob man sich daran gewöhnen muss, es als Teil einer immer vorhandenen Umgebung zu akzeptieren. Jedes Mal wenn ich dort bin denke ich: "Ah, das Meer!" - wenn ich dagegen im Wald bin, dann ist es nicht das "Wow"-Gefühl welches dominiert, sondern das des "Eins"-seins. Vielleicht weil ich in einer Stadt mit über 50% Waldanteil aufgewachsen bin... Ich das Waldmädchen, ha, ha. Tja, so habe ich in den letzten Tagen wieder was über mich gelernt: Erstens: Ich bevorzuge Authentizität vor Sicherheit und Bequemlichkeit und zweitens: Meer ist zwar cool, aber Wald ist grüner.
P.S. Irgendwie stimmt das ja auch wieder nicht: Wenn ich sage dass ich Authentizität vorziehe - das an der Uni hier ist doch authentisch! Authentisch für 1365 Vollzeit Lehrer und 32 000 Studenten, plus dem gesamten Personal... und das alles auf 850 000m2. Was also meine ich mit Authentizität?

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Gesehen

Ich würde ja sehr gerne über meine letzten Abenteuer in Qinhuangdao schreiben:
*über die Kakerlaken - die mittlerweile seelenruhig von rechts nach links über den Küchenboden laufen und sich überhaupt nicht an meiner Gegenwart stören.
*über 3-Tage-kein-heißes-Wasser haben!
*über die Liebespärchen am Sportplatz die sich im Schatten der Büsche in der nächtlichen Dunkelheit tarnen um ungestört...die Briefmarkensammlung zu vergleichen.
*über die Liebespärchen am Sportplatz die sich bei Tageslicht auf der Tribüne hinter einem Regenschirm verstecken um ungestört...die Mathehausaufgaben zu vergleichen.
*über die Umfrageergebnisse in 2 meiner Klassen zu ihren Lebensgewohnheiten und Einstellung bezüglich westlicher Einflüsse in China.
*über die chinesische Angewohnheit sich in einer Art und Weise auf den Fahrradgepäckträger zu setzen, wie es im Damensattel auf einem Pferd üblich ist.
*über den goldenen Herbst auf dem Campus.
Aber nein! Ich habe die ganzen letzten Tage nichts anderes gesehen, als meinen Schreibtisch (und den Sportplatz, die Unterrichtsräume und Restaurants) und möchte mich deshalb jetzt so schnell wie möglich mit meinem Buch ins Bett verziehen, bevor ich morgen den ganzen Tag im Klassenzimmer stehe. Sorry! Am Wochenende hab ich mir fest vorgenommen meinen Kopf mit anderen Eindrücken außer Kakerlaken und Liebespärchen zu füllen und ich sehe schon wieder meine Finger kreativ über die Tasten schnellen.

Donnerstag, Oktober 12, 2006

Sick like hell!

Tja, irgendwann trifft es jeden mal!
Hatte gestern den ganzen Morgen - pardon - "flying shit" und übergeben musste ich mich auch...
Schrecklich!
Ich hab mich so schwach gefühlt, dass ich den ganzen Tag im Bett lag (oder im Bad war...)
Warum? Dienstag abend kochte ich Reis im Reiskocher und habe aus Versehen das normale Leitungswasser zum kochen benutzt, statt das Gekaufte, Gereinigte.
Es kann nur das Leitungswasser gewesen sein, da ich Samstag zum letzten Mal im Restaurant gegessen habe...
Shit happens! - Im wahrsten Sinne des Wortes!
Heute geht es mir besser, hab den ganzen Tag unterrichtet und mich nur von Cola und salzigen Crackern ernährt. Jetzt mache ich mir eine Haferflockensuppe à la Oma Rosi und verkriech mich sofort ins Bett, da ich mich immer noch etwas schwach fühle.
Wie konnte ich auch das normale Leitungswasser nehmen?? Selbst Schuld!
Gott gings mir dreckig!

Montag, Oktober 09, 2006

Vermischtes



Wieder zurück! Und irgendwie schön!
Meine Wohnung (die ich unbedingt gemütlicher machen muss)
Meine Kakerlaken (die trotz verstärktem "Einpudern" der Wohnung vor meiner Abreise immer noch rumlaufen)
Mein Markt
Meine Restaurants
Mein Institut
Mein Meer

Der Trip nach Beijing war super erfolgreich und total schön! Ich hatte eine wirklich super nette und lustige Zeit!
Hier ein paar Stichpunkte:

* Eines hatte ich in den 3 Jahren China-Abstinenz völlig vergessen: die Ei-Rülpser! Von denen bekam ich im Zug genug zu riechen...
* In Beijing gibt es das leckere, leckere Fladenbrot der Uiguren aus Xinjiang. In Xi`An gab es das ja auch - aber (scheinbar) leider nicht in QHD.
* Essen mit Elke im Sichuan-Restaurant: wir haben viel zu viel bestellt, es war gut scharf, und - natürlich sehr, sehr lecker!!

* Starbucks Milchkaffee und ein Stück American Cheesecake - leider die absolute Pleite! Beides schmeckte ekelig und war wie erwartet voll teuer. Dafür war die Lokation toll: Ich saß am Qianhai, einem See mitten in der Stadt und ließ Beine - und Seele baumeln.
* Rock-And-Beer-Festival. Eine open-air Veranstaltung auf einem riesigen Betonplatz mitten in einem Wohngebiet und nicht weit von einem großem Friedhof.
Wir sahen drei Bands:
Ye Yang Guan Tou - die meisten Mitglieder hatten Dreads und sahen echt proffessionell aus. Mir haben sie am besten von allen Dreien gefallen.
Luo Qi - die Sängerin hat nur noch ein Auge, da das andere ihr während einer ihrer Exzesse ausgestochen wurde. Sie lebte sogar mal in Berlin. Ihre Musik errinnerte mich an Gianna Nannini.
Xu Wei - der absolute Highlight des Festivals. Obwohl er nur so langsame Schmachtlieder sang, drängten sich alle noch enger an die Bühne und es war eine tolle Athmosphäre, da die meisten die Texte kannten und mitsangen. Komisch finde ich es nun schon, dass auf einem Rock-and-Beer-Festival der Softi der Star ist...
Natürlich wollten auch Elke und ich dem Mädchenschwarm näher sein und quetschten uns erfolgreich bis zur vordersten dritten Reihe durch! Doch dann ging gar nichts mehr! Die "echten" Fans verteidigten ihre Plätze hartnäckig und so "sangen" und wiegten wir uns im Takt der schwitzenden Masse.
* Mich durchs Beijinger Bus- und Metronetz gejagt.

* Kartoffelsalat und Buletten gegessen! Die Fleichklöppse waren von Alex, dem "echten" Berliner und der Majonaisen-Kartoffelsalat (mit Speck und Gewürzgurken) von mir. Leider waren die Kartoffeln ein bischen "al dente"...
*Erfolgreich im Carrefour geshoppt:
Lavazza Kaffee für nur 38 Kwai für 250 g! 20 Kwai billiger als in dem anderen Laden!
Nutella
Dulce de Leche
Senf
Käse - 3 verschiedene
* Erfolgreich auf dem Silkmarket gehandelt: ein "Poncho" von 450 auf 150.
* Erfolgreich auf dem Sanlitun Yashou Kleider Markt gehandelt: ein Wintermantel von 1200 auf 450 Kwai.
* Sonntag noch 5 Fladenborte beim Spießchen-Mann um die Ecke gekauft - und zu Hause eingefroren.
So, jetzt bin ich erst einmal eingedeckt, oder?

Am Ende einer Zugfahrt kehrt eine Zugbegleiterin den Müll in den Gängen zusammen.

Mittwoch, Oktober 04, 2006

Nachtrag...

Nachtrag zur "Butterfahrt nach Beijing"

meine Schwester möchte darauf hingewiesen haben, dass der Tip mit der 5th anvenue nicht von ihr direkt, sondern aus der "Glamour" stammt - und:
"...genau diese Zeitschrift ist ja wohl auch eine weiter deiner peinlichen Angewohnheiten - neben neuerdings Desperate Housewifes gucken."

...uppsi!
Stimmt ja gar nicht!!!! Das war vielleicht früher so...vor langer, langer Zeit,
oder, Sabina und Mikesch??? Schon ewig her!

Butterfahrt nach Beijing

Mein Schwesterherz wünschte mir in ihrer Sms viel Spass in Beijing und dass ich auf jeden Fall in die Wangfujing gehen solle "da dass die 5th avenue Asiens sein soll".
Also, ick war ja schon ein paar Mal da und ...ich weiß nicht!
Shanghais Shopping-Meilen kommen ihrem Vergleich, meiner Meinung nach viel, viel näher.
Tut mir leid für die Beijinger - aber Beijing kann diesbezüglich nicht mit Shanghai konkurieren! Shanghai - ist halt um ein vielfaches moderner und - ok, kommen wir zu den Bildern die jeder hat (Magisterarbeit läßt grüssen!!): Also, mein Bild, wenn ich Shanghai höre ist:
Die Nanjing Lu und / oder Huaihai Lu, Neonlichter, Werbung mit mir bekannten Markenprodukten.
Mein Bild, wenn ich Beijing höre ist:
Tiananmen, Verbotene Stadt, Sommerpalast.
Nix mit shopping - ich meine als primäre Assoziation. Natürlich kann man auch in der Hauptstadt prima einkaufen! Deshalb fahr ich ja auch für 3 Tage hin!

Beijing finde ich dagegen romantischer als Shanghai - vor allem die kleinen Gassen der Hutongs, aber auch die übriggebliebenen traditionellen Gebäude und Gärten...ok, was heißt übriggeblieben?! Das meiste wurde erst wieder aufgebaut und saniert und neu angemalt - aber werden nicht auch bei uns Schlösser und Kirchen regelmäßig restauriert?
Aber shopping: Shanghai! Ich komme!! ... naja, wohl erst einmal nicht... Unter Umständen erst, wenn ich Besuch bekomme... Die Welt ist zu groß um mehrmals an ein und demselben Platz Urlaub zu machen.
Der Trip nach Beijing morgen resultiert eher aus ökonomischen Gründen:
1. Die Zugfahrt dauert nur 3 - 4 Stunden und kostet 2,20EUR.
2. Dort gibt es Kaffee und Käse
3. Elke (bisher die Einzige "in meiner Umgebung" mit der es zugleich inspirierend und lustig ist zu reden - und dies auch noch ohne größere Missverständnisse, ohne sich lang und breit erklären zu müssen.)
4. Ich brauch `ne schöne Winterjacke
(Betonung auf "schön" - da reine Funktionskleidung natürlich überall im Lande zu kaufen ist)
Vielleicht probier ich es mal auf dem "silkmarket": Ein vielstöckiges Riesenhaus, welches auf jeder Etage aussieht wie ein Flohmarkt - mit Fake- und Markenprodukten.
Problem:
1.Ich hab oft keine Ahnung fake von real zu unterscheiden
2. und manchmal KEIN Bock einen unverschämten Preis runterzuhandeln, wo doch klar ist, dass der Verkäufer das Vielfache von dem verlangt was der Scheiß wert ist und da müht man sich 20 Minuten ab um hinterher doch den Preis zu bezahlen, der vorher für beide Parteien, mehr oder weniger, schon fest stand...
Versteh diese Zeitverschwendung als "effiziente" Deutsche nicht.... (Diese Anspielung auf diese stereotype Nationalcharakterzuschreibung galt Tanys Assi-Freund, der natürlich nie diesen Blog lesen wird, da er nie "bloody german" lernen wird...)
Freu mich auf:
- (wenn auch:) Starbucks Milchkaffee (...so doch wenigstens Milchkaffee)
- (Starbucks) american cheesecake
- Elke - und andere Ausländer, als die drei Gesichter, die ich seit 5 Wochen sehe (was nicht
heißen soll, dass ich die nicht sehr lieb gewonnen habe).
- Eine coole Bar
- Das Mondfest am Freitag

Meine Einkaufsliste:
schöne Winterjacke
2 x Lavazza Kaffee
3 Stück Käse (die gibt es so in den Größen 100g - 250g) - für jeden Monat 1 Stück, da ich im Januar ja wieder in Beijing bin, um Kris abzuholen.
Ich konnte bisher ganz gut ohne Käse leben - aber, so ein Stück, zusammen mit selbstgemachtem Brot (denn alles andere ist hier in QHD ja leider eher geeignet als Marmeladenstulle für zwischendurch) ... for a special day!
was noch... wenn ich so in shopping Laune bin, vielleicht schau ich noch nach Stoffen, um meine sterile Wohnung zu "verschleiern": Für die nackten weißen Wände, über die roten, kalten Ledersessel, - couch... Denn der Winter kommt bestimmt!
Vielleicht noch `nen flauschigen Pullover? Oder `nen Jogging-Anzug, damit ich Berlin-Moabit standesgemäß repräsentieren kann...
So wie ich mich kenne, werde ich mein Budget auf den Kopf hauen! :)
oder 50 Kwai übriglassen um mich gut zu fühlen: "Ach, toll! So viel gekauft und doch noch was übrig geblieben!"

Ach übrigens: Ich liebe Desperate Housewifes! Ich weiß: shame on me - deshalb alles auch ganz kleingedruckt (das liest doch immer nie jemand, oder?)! Aber ich habe mir die letzten zwei Nächte die ersten paar Folgen angeschaut (und es gibt noch soooooo viele auf der Doppel DVD!!!) und herzlich viel gelacht! So gelacht! Super!


Montag, Oktober 02, 2006

Nee - nix Neues!

Sorry, heut gibt es kein neues Geschichtlein aus QHD,
kein gossip über die Amerikaner die angeblich heimlich chinesische Studenten in ihren Apartments missionieren wollen,
kein lästern über den Assi-Freund von Tanya...
Die letzten zwei Tage war ich nämlich so gut wie isoliert von der überaus spannenden und inspirierenden Aussenwelt! Hab fleißig am Schreibtisch gesessen und
(abgesehen vom chatten - was wirklich zum Verhängnis werden kann!)
einiges für meine Magisterarbeit gelesen.
Angelo und Alexandre sind heut nach Chengde gefahren - und waren ziehmlich nervös, da sie kein Wort chinesisch sprechen. Ich bin gespannt auf ihre Erlebnisse!
Vor der Abreise gaben sie mir noch Geld und einen Einkaufszettel für meine Butterfahrt nach Beijing am Donnerstag.
Ich kam mir vor wie ein personifizierter Ottokatalog: Auf einem großen Zettel hatte ich nämlich vor 6 Wochen Preise von in Frage kommenden Produkten aus 3 verschiedenen Geschäften aufgeschrieben. Die Liste legte ich den Jungs vor, die sich beim Anblick der Leckereien freuten wie Kinder - und denen die Münder offen stehen blieben bei den Preisen...
Nach kurzer Zeit viel die Wahl auf:
Angelo (120 Kwai = 12 EUR): 2 x Lavazza Kaffee à 250 g. (Arschteuer: von dem Geld kann man 12 - 24 mal S E H R G U T in QHD essen gehen. Und auch in Deutschland sind 12 EUR für ein Pfund Kaffee viel).
Alexandre (100 Kwai): Alles in Käse anlegen - möglichst Blaukäse!

So, und da ich heute überhaubt keine Lust auf chinesische Fernsehserien habe, da sowieso die Hälfte aller Szenen sich um das Leid und den Schmerz und die Romantik der unerfüllten Liebe dreht, kaufte ich mir ein Doppelpack DVDs.
...
Welche?
ach...
Tja, is mir ja fast ein bisserl peinlich zu sagen, da ich vor 4 Stunden erst noch im Chat jemanden zurechtgewiesen habe, dass die Anrede "Fräulein" heutzutage nicht mehr gebraucht werden sollte, da sie u. a. für die Minderwertigkeit der unverheirateten Frau steht...blablabla und was zieh ich mir jetzt rein?:

Die erste und zweite Staffel von
DESPERATE HOUSEWIFES
(...)
:-) jetzt fehlt nur noch die Schachtel Pralinen!!!!!