Samstag, Juni 30, 2007

K und K: Klösse und Karaoke!

Gestern aßen meine Kolleginnen zum ersten Mal deutsches Essen: ich "kochte" Klösse und Rahmgeschnetzeltes. Vorher gabe es "Schnittchen" und zum Dessert eine Schokoladencreme. Dazu wurde feinstes Alster gereicht, was die Mädels schon vom ein oder anderen Restaurantbesuch kannten - und lieben gelernt hatten. Denn das "starke" chin. Bier schmecke ansonsten immer so bitter!
Es war halt kochen unter erschwerten Bedingungen! Für das Geschnetzelte gabe es keine Butter oder Sahne (Lieferschwierigkeiten bie der Butter und die Sahne downtown kostet ein Vermögen ) - dafür aber das Maggi-Tütenprodukt, welches ich noch aus Deutschland hatte. Ebenso mit den Klössen: Pulerprodukt. Als wenn ich wüsste wie man echte Klösse macht! Die Schnittchen bestanden natürlich aus dem hier verbreiteten Wabbel-Toastbrot, da drauf verteilte ich liebevoll Mayonnaise, Frühstücksfleisch und eine Scheibe Salatgurke. Liangyan fragte wie das denn heißen würde - das schmecke so lecker (waren auch alle ganz schnell aufgegessen....aber vielleicht hatten sie auch nur Hunger). Ich antwortete: "Uschis Schnittchen!" -
Schokocreme gelang auch ohne das von Dr. Oetker verlangte elektrische Rührgerät - und meine Arme freuten sich über das ungewohnte Training!
Um kurz nach 8 fuhren wir zu einem riesigen, glamourös aussehenden Gebäude. So aufgebaut wie ein Kaufhaus - mit Rolltreppen und Deko und so... Aber es wurde nicht geshoppt! Nein! Wir mieteten ein Zimmerchen mit Privatkellner, Flachbildschirm und Klimaanlage und sangen uns 4 Stunden die Lunge aus dem Leib.
Mein Repartoit umfasste u. a. Madonna "Rain", "Vogue" und "Like a virgin" (da stand dann der Kellner ungläubig blickend an der Tür, ha, ha!), Elton Johns "Don`t go breaking my heard" (Maik - ich hab dann deinen Teil mitgesungen! - Leider gab es keine Punkte wie bei Singstar), Avril Lavigne "Complicated" - wo ich (wie immer! - ist echt nicht meine Stimmlage) voll abgeloost habe. Aber mit Georg Michaels "Faith" und Michael Jacksons "Dirty Diana" hab ich alles wieder rausgerissen - ha ha! Man, sooo alte Lieder! Aber neue gab es so gut wie gar nicht.



Heute und morgen ist packen angesagt. Hier ist es 25 Grad - aber leider regnet es ... dabei hätte ich so gerne noch ein bischen auf dem Balkon gesessen! Oh man - obwohl ich Anfang der Woche ein 12 kg Packet nach Bln geschickt habe - schwant mir Schlimmes. Ich habe immer noch so viele Bücher hier! Die ich auch alle unbedingt jetzt - und nicht erst in 3 Monaten in Dt. brauche! Hoffentlich bekomme ich alles verstaut!

Mittwoch, Juni 27, 2007

Abschiedspicknick am Strand

Gestern habe ich für die Studenten ein Picknick am Strand gegeben.
Hatte es für 14 Uhr annociert - jedoch streikten die Mädels. Die hatten Angst um ihren Teint und so wurde das Treffen auf 16 Uhr verlegt. Die Jungs waren natürlich pünktlich da und die ängstlichsten der Mädchen tauchten mit Sonnenschirm bewaffnet dann auch endlich um 17 Uhr auf.
Ich habe 50 Buletten gebraten und flaschenweise Bier und Sprite (deutsche Neuvorstellung: das Alster!) an den Strand geschleppt (ganz abgesehen von dieser Tonnen-Wassermelone und den Keksen...).



Es war ein Fest! Und was ich so zum Schluß noch alles an chinesischen Leckereien - jedenfalls mehr oder weniger lecker - probieren durfte! Buletten und Alster kamen, so wie es aussah, auch super an!
Nach dem Essen wurden Fotos in allen möglichen Variationen geschossen...besonders zum Gaudi aller nicht Beteiligten, die dem Fotoshooting amüsiert beiwohnten...

z. B. mit Hanna

und mit Amely

und mit Doro


oder mit den Bewohnern eines Studenten-Sechs-Bett-Zimmers


Danach wurden Ball und Fangspiele gespielt bis die Sonne unterging.






Heute geht es für zwei Tage nach Bj - verabschieden!

Mittwoch, Juni 20, 2007

BA Abschlußfoto


Zur Zeit sieht man auf dem Campus Massen von Pinguinen nach dem richtigen Fotohintergrund suchen...


Den Bachlorabschluß in der Tasche geht es auf, in einen neuen Lebensabschnitt!



(schaaaade - unscharf!)


Wie der wohl aussehen mag? Wahrscheinlich genauso unscharf wie das Foto! In diesem China, indem zur Zeit jede Verallgemeinerung des Wortes Lügen zu strafen scheint.... ein Land im völligen Umbruch:
Zwischen traditionellen Werten, politischen Leitlinien und marktwirtschaftlichen Möglichkeiten. Zwischen Agra- und Industrieland.
Zwischen Musikclips und der immer noch gültigen Norm zu heiraten bevor man zusammenlebt. Zwischen modischem Trend und szenischem Nachtleben in Shanghai, Guangzhou, Shenzhen, Beijing... - und Angepasstheit in Qinhuangdao :-)
Zwischen "kein Sex vor der Ehe" und dem Blog einer Beijingerin, die durch ihre Sex- und Drogenberichte es "zu verantworten hat", dass alle Bloggerseiten in China erst einmal für Wochen unaufrufbar gemacht wurden...
Zwischen vollen Mc Donalds und 6-8 Bettzimmern im Studentenwohnheim ohne Duschen im Gebäude (für 4 Jahre!!) ...

Sonntag, Juni 17, 2007

Beijing im Juni - oder: die fetten Ärsche der Deutschen



Genauso heiß wie Qhd war es, als ich Donnerstag abend in Bj ankam - aber ohne frische Meeresbrise. Statt dessen eine stehende Backofenhitze. Herrlich! (Ernst gemeint!)
Der Zug, der mich in die Hauptstadt gebracht hatte, war ungewöhnlich komfortabel gewesen: genügend Platz, angenehm klimatisiert, sauber. Das absolute Gegenteil von was mich nur 2 Tage später, auf dem Weg nach Hause, erwarten würde!
Bevor ich zu Elkes Wohnung fuhr, aß ich eine Nudelsuppe bei Mr. Lee und trank ein eiskaltes Bier. Das hätte ich mal nicht machen sollen, denn da ich das halbe Bier auf leeren Magen trank, hatte ich natürlich sofort einen Schwipps und riss beim Verlassen des Restaurants, mit meinem Rucksack, meine restliche Nudelsuppe mit einem lauten Scheppern ("Scheppern" - nicht "Klirren" - da Plastikgeschirr), auf den Boden.
Stille - 1 Mio Augen liegen auf mir, 5000 Kellnerinnen mit Lappen und Servietten stürzen auf mich zu... Toll!
Plötzlich wurden alle noch aufgeregter, da sie die lange, frische Schnittwunde auf meinem Schienbein entdeckten (scheiß Einwegrasierer!!!)!!! Gäste streckten mir Servietten entgegen, die "Chefin" kam mit Pflaster - und ich wäre am liebsten im Erdboden versunken und kam mir vor wie in einem Film ... Ich versuchte zu erklären, dass die Wunde nicht vom ebigen Missgeschick herrührte.... und verließ fluchtartig den Raum.
Freitag fuhr ich mit Bai Aihua durch halb Beijing und besuchte 4 große Buchhandlungen. Natürlich kaufte ich mehr Bücher als ich vor hatte und vergrößerte damit mein Problem: Rücktransport meiner Sachen nach Deutschland bei Gewichtsbeschränkung der Fluggesellschaft. Da muss ich mir noch was einfallen lassen!
Abends gingen wir lecker essen:



Pilzpfanne, Scharfes Rindfleisch, Salat mit Sesamsauce - und ich stellte meiner ehemaligen Kollegin das "ALSTER" vor . Sie mochte es sehr gern!!!
Sie musste sich gegen 19 Uhr schon auf den Heimweg machen, da sie zwar mitten in Bj wohnt, allerdings fährt der letzte Bus in ihre Gegend um halb neun. Insagesamt würde sie 2 Stunden nach Hause brauchen! Oh man - ey....
Ich ging weiter Souveniershoppen für family and friends und genoß die Freitagabendstimmung der Stadt. Ich mag den Geruch hier.



Samstag ging das große shoppen weiter und dann kam der krönende Abschluß:
die Zugfahrt nach Hause! Mir war klar, dass es nicht soooo angenehm werden würde, da ich 2 Tage zuvor nur eine Stehkarte ergattern konnte, doch - es war soooooo scheiße!!
Voll, heiß, stinkig und ganz viel nackte, verschwitzte, fremde Haut berührte mich. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, ist es ganz klar voll - aber trotzdem wurde sich permanent von einem Ende des Wagons zum anderen geschoben....



Ich hatte das Pech vor einer Vierergruppe von Assitypen zu stehen, die - auch als ich zu verstehen gab, dass ich alles verstand - weiter über meine Haut (Sommersprossen - geht gar nicht in China! Voll hässlich!!) lästerten. Das harmloseste Kommentar, was im Wagon für herzhaftes Gelächter sorgte, war:
"In Deutschland muss ja die Sonne ganz schön stark sein!"
Bei dem Spruch musste auch ich lachen....aber irgendwann, wenn es darum geht, dass die Ausländer alle so fette Ärsche hätten und so, tja , keine Ahnung! Eigentlich find ich meinen Apfelarsch nicht fett - aber, natürlich kann ich nicht mit einem Durchschnitts-Chinesen-Flacharsch mithalten (sorry!) ... Und die Sprüche gingen weiter!
Nach vier Stunden war ich nicht nur körperlich sondern auch seelisch angewidert von den Menschen um mich herum. Wenn ich in Deutschland dabei bin, wenn über einen Ausländer so abgerotzt wird, dann mache ich meinen Mund auf und sage was. Hier passierte dies nicht. Entweder die drum herum Stehenden machten mit: "Ja die Ausländer sind ja so und so - ja und wir Chinesen...", gelacht oder geschwiegen.
Zuerst hab ich selbst versucht die "Ausländer" gut zu repräsentieren, indem ich die vermeintlichen "Tatsachen" relativerte... doch schon bald gab ich es auf, und erklärte, dass ich nicht mehr reden wolle... Der Situation entfliehen konnte ich allerdings auch nicht, da es aufgrund der Fülle unmöglich gewesen wäre, mein Gepäck, welches glücklich unter einer Bank verstaut war und mich anders zu positionieren...
Ich weiß, dass wahrscheinlich, ausser diesen vier schlecht gefickten Typen und 5 Mitläufern, die anderen meine negativen Gefühle nicht verdienten.... aber ich versteh nicht, wie sie ihren Rassismus so unreflektiert ausleben können! Diese Vorurteilsbeladenheit! Dieser Sinozentrismus! Die Öffnungspolitik sollte nicht nur auf wirtschaftlicher Seite vorangetrieben werden, sondern auch die psychologische Komponente nicht ausser acht lassen!
Ach - und es geht bei diesem Phänomen natürlich nicht darum, dass das etwas den Chinesen vorbehaltenes ist - mir ist schon klar, dass es das leider überall gibt! Und diesmal war halt ich der Trottel! Und: es hat mich gar nicht so arg berührt, dass ICH der Stein war, an dem das Messer gewetzt wurde - ich finde es einfach schlimm, wenn generell Menschen so deratig dummes Zeug reden!
Ohhh - da fällt mir gerade jemand ein, der das auch ganz, ganz besonders gut kann! Ein ehemaliger Arbeitskollege in Berlin....

Donnerstag, Juni 14, 2007

Impressionen auf dem Weg zwischen Uni und Wohnung

Heute, auf dem Weg nach Hause, fing ich ein paar Bilder ein, die ich euch nicht vorenthalten möchte.


Nicht nur Taschen werden am Eingang des Unisupermarktes deponiert, sondern auch Hunde... ja, das ist ein echter!


Fast so beliebt wie Majang ist "Chinesisches Schach". Bei dem schönen Wetter sitzen die Älteren unter schattigen Bäumen oder in Garagen und spielen das eine - oder das andere.


Schatten mögen aber nicht nur die Spiellustigen, sondern auch die Teintbewussten. Bitte keine Bräune! Die vornehme Blässe (die ja auch mein Vater hochlobt!) wird durch den Sonnenschirm "garantiert".



Ist nicht immer der Gärtner der Mörder??

Mittwoch, Juni 13, 2007

Souveniershoppen

Fahre morgen nach dem Unterricht für 2 Tage nach Bj.
Ausser Bücher kauf ich auch ein paar Souvenier für euch Daheimgebliebene.
Ich eröffne hiermit den Wunschzettel - der Donnerstag nacht (deutsche Zeit) geschlossen wird!
:-)
Mail an mich (da blog mal wieder geblockt) und euer Wunsch ist mir Befehl!

Sonntag, Juni 10, 2007

Absage - bzw. Ansage

Nachdem ich mich mit chinesischen als auch ausländischen Kolleginnen unterhalten habe, bin ich zu dem Entschluß gekommen, den Forderungen des Studenten nicht nachzukommen.

Einige Tage lang habe ich überlegt... vielleicht hat er Problem? ...seine Mutter gestorben?...muss neben dem Studium arbeiten? ... war krank?...
Doch wurde ich darüber aufgeklärt, dass er ein bekannter Problemfall ist. Er taucht in fast keinem Unterricht auf, ist bereits eine Klasse am wiederholen (das Germanistikstudium findet im Klassenverband stand und endet NORMALERWEISE nach vier Jahren. "Sitzenbleiben" kam bis vor kurzem nie vor (kennt man das nicht aus der DDR - Quotenerfüllung und so??) - erst jetzt so langsam) und sitzt jeden Tag im Internetcafe um dort Counterstrike o.ä. zu spielen.

Alle fanden die Situation schwierig. Alle schwankten, so wie ich, zwischen Mitgefühl, Prinzipien und einer Egalhaltung. Doch traf ich schließlich eine Entscheidung.

Folgende Gründe wollte ich dem Studenten am Freitag dann mitteilen - doch tauchte er noch nicht mal auf - sondern schickte einen anderen Studenten vor, die "Aufgabenanweisung" abzuholen!)

1. Er war nur 1 mal im Unterricht anwesend. Zu Anfang des Kurses hatte ich allerdings meine Notenzusammensetzung erklärt - und Anwesenheit war einer der Punkte.

2. Das Mal wo er da war, schrieb er die ganze Zeit etwas - für einen anderen Kurs. Das finde ich frech, wenn man bedenkt, dass er etwas von mir wollte!

3. Er hat keine einzige der schriftlichen Hausaufgaben erledigt, aus denen zu 70% die Note besteht.

4. Er kann kein Deutsch (obwohl er seit vier Jahren Germanistik studiert). Die Note hätte sich also bestenfalls aus seiner Anwesenheit zusammengesetzt - und das allein hätte zum Bestehen des Kurses nicht gereicht.

5. Es ist unfair, ihn für NULL LEISTUNG bestehen zu lassen, während 24 andere Menschen mehr oder weniger hart gearbeitet haben. Durch das Notensystem wäre die Differenz zwischen ihm und den meisten anderen zu niedrig gewesen um noch von Fairness zu reden: man braucht 60 Punkte um den Kurs anerkannt zu bekommen - und die Noten der anderen Studenten schwanken zwischen 70 und 95.

6. Ich hätte ihm trotz seiner FEHLENDEN Deutschkenntnisse den Kurs bestehen lassen, wenn er immer da gewesen wäre, wenn er zumindest so getan hätte als wenn er mir zuhört ODER wenn schwerwiegende private Gründe ihn entschuldigt hätte.
Aber: ich lasse keinen bestehen, der im Internetcafe Ballerspiele spielt und auf die Nettigkeit von Dozenten hofft.

Übrigens:
dass Zeugnisse gefälscht und verkauft werden, dass Dozenten Geld verdienen, indem sie unverdiente Urkunden / Belege / etc. ausstellen - das passiert natürlich an dieser Uni hier nicht!!!!

Donnerstag, Juni 07, 2007

Nächtliche Qualen

Mein Bauch tut sooo weh!
Ich konnte kaum schlafen!
Und warum?
Weil Angelo in Beijing war und eine Art Gorgonzola mitgebracht hat. Als "echter Italiener" verarbeitete er den cremig-fettigen Schimmelkäse natürlich in einem fantastischen Pastagericht! Es war ein Gedicht - besonders, da ich auf diese Geschmacksrichtung nun schon fast ein Jahr verzichten musste!
Vorher spendierte ich eine großzügige Runde Salami, die im Carepacket war, welches ich noch kurz vor Schluß von moje kochanie zugeschickt bekommen habe.
Dazu ein leckerer Great-Wall-Rotwein und zu viert streckten wir uns anschließend satt und glücklich auf den breiten roten Ledercouchs aus, die in jeder Wohnung stehen.
Obwohl ich gar nicht so viel gegessen hatte, ging es mir plötzlich richtig schlecht!
Ich erinnerte mich auch reuevoll an die Pizza damals in Medan / Indonesien. Da erlebte ich auch eine furchtbare Nacht! Denn so ein Körper gewöhnt sich natürlich an die Nahrung die man ihm monatelang zuführt - und wenn dann statt Reis und Co plötzlich Salami und Gorgonzola geschlemmt werden....
ohhhhhhhh :-(
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Nachtrag:
Habe gerade erfahren, dass die anderen 3 auch gelitten habe. Aber wir alle sind trotzdem der Meinung, dass das Essen die Qualen wert war! :-)

Montag, Juni 04, 2007

Chinesische (?) Forderung trifft deutsche (?) Moral oder: das ewige Machtspiel

Heute saß im Unterricht ein Typ - den hatte ich vorher noch nie gesehen.
Und ich dachte mir - ok, der geht gleich! Ist ja noch "große Pause"...der wird, wie allgemein üblich, den Raum nur genutzt haben, um in Ruhe lernen zu können.
Aber er ging nicht.
Nachdem ich die Anwesenheitsliste bzgl. der anderen gecheckt hatte, schaute ich ihn freundlich-herausfordernd-kokettierend an und fragte auf deutsch: "So, haben wir also einen neuen Studenten!?"
Ich war mir sicher, dass er spätestens jetzt seine Sachen packen und fluchtartig den Raum verlassen würde. Doch denkste! Der sprach plötzlich deutsch! Ok - ich hab eigentlich nichts verstanden - außer "mein Name ist" aber....!!!
Als ich völlig überrascht rief: "Heyyyy - du sprichst ja deutsch! Super!" mussten alle lachen - und er versank im Erdboden.
Das tat mir leid.... mir war (ist) auch nicht klar warum!
Jedenfalls kam raus, dass er aus dem vierten Jahrgang zur der jetzigen Gruppe gewechselt ist - das bedeutet ich hätte ihn die letzten Monate schon unterrichten müssen - was ich aber definitiv nicht gemacht habe! Ich kenne ihn nicht! Noch nie gesehen!
Es stellte sich ausserdem heraus, dass er eigentlich gar kein deutsch sprechen / verstehen kann und während des Unterrichts passte er noch nicht einmal auf, sondern machte im Standardlehrwerk irgendwelche Übungen.
(Und das bei MIR - der geltungsbedürftigen Löwin!)
Ich ließ ihn zwar machen, aber verwundert war ich schon...
Jedenfalls kam dann am Ende der Stunde der Hammer, als er mit einem anderen Studenten zu mir kam, und fragen ließ, wie er "diesen Kurs noch angerechnet bekommen könnte" und ich natürlich : "Gar nicht! Heute ist die letzte Stunde des Schreibkurses...du warst nie da und heute heute folgst du noch nicht einmal dem Unterrichtsablauf..."

"ER MUSS aber den Kurs bestehen.... was muss er dafür machen?", wurde ich gefragt.

Eine Antwort verschob ich auf Freitag. Ich MUSS darüber nachdenken...
Ich weiß genau wie das laufen würde! Wenn ich von ihm einen 5 Seitigen Aufsatz fordere, dann schreibt er nur was aus dem Internet ab! So läuft das hier bei den Bachlor- als auch bei den Master- Abschlußarbeiten und erste recht bei solchen Hausaufgaben. Oder - eine andere Variante: ein anderer Student schreibt die Hausaufgabe für ihn. Alles schon gesehen!

Was passiert wenn ich "Nein - nichts zu machen!" sage? Wahrscheinlich würde ich mich noch nicht einmal gut fühlen meinen (?) Prinzipien treu geblieben zu sein. Und was passiert wenn ich ihm irgendeine Aufgabe gebe - die er sowieso nicht bestehen wird - ich also ihm eine Note gebe, die seiner Leistung nicht gerecht wird, ihn aber bestehen lässt? Was für eine Farse!
Irgendwie doof!